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Schneckenplage im Ziergarten vermeiden

Mit geeigneten Maßnahmen zur Vermeidung einer sommerlichen Schneckenplage kann man gar nicht früh genug anfangen, um sich späteren Dauerärger über kahlgefressene Beete zu ersparen – und zwar ohne den eigenen Garten komplett zu vergiften!

Zunächst mal sollten die Beete auch während der Wintermonate hin und wieder gut durchgeharkt werden, wenn der Boden dies zulässt. Dadurch werden in der Erde überwinternde Schnecken und ihre Eier an die Oberfläche befördert und erfrieren bei stärkeren Frösten. So lässt sich schon die Entstehung einer größeren ersten Schneckengeneration im Frühling verhindern.

Außerdem kann man es Schnecken ungemütlich machen, indem man dafür sorgt, dass die Gartenerde auch im Frühling und Sommer immer schön feinkrümelig bleibt. So bietet sie Schnecken kaum Verstecke und Eiablagemöglichkeiten. Um diese – auch für das Pflanzenwachstum – ideale Bodenbeschaffenheit zu erreichen, sollte der Boden regelmäßig mit Kompost und – bei schweren Böden – auch mit Sand verbessert werden. In so aufbereiteter Gartenerde wird auch das regelmäßige Harken zum Kinderspiel.

Wenn man dann noch ein Auge für gute Schneckenverstecke hat (feucht und dunkel), sie da regelmäßig aufspürt und vernichtet (ein beherzter Schnitt mit der Gartenschere klingt zwar nicht sehr tierfreundlich, ist aber effektiv und m.E. immerhin gnädiger als ein langsamer Vergiftungstod), halten sich die Schneckenfraßschäden in erträglichen Grenzen. Im Garten gesammelte spanische Wegschnecken sollte man keinesfalls in freier Natur aussetzen, weil sie dort ohnehin schon die alteingesessenen einheimischen Schneckenarten verdrängen.

Immer wieder empfohlen wird auch die Beschränkung auf sogenannte ’schneckenresistente Pflanzen’. Pflanzen, die von Schnecken unter allen Umständen verschmäht werden, gibt es allerdings kaum. Doch sie haben – genau die wie meisten anderen Lebewesen – gewisse Präferenzen bei der Nahrungsaufnahme. Wenn sie allerdings keine Wahl haben, nehmen sie mit fast allem Vorlieb, was auf den Tisch ins Beet kommt (die meisten Menschen würden ja wohl auch nicht freiwillig verhungern, nur weil ihnen ihr Essen nicht schmeckt). Daher kann es von Vorteil sein, in einer Gartenecke, wo’s nicht so drauf ankommt, ein paar Scheckenleibspeisen heranzuziehen, um sie von den eigenen Lieblingsbeeten fernzuhalten. Im Folgenden liste ich für beide Fälle mal einige Beispiele auf:

Zierpflanzen, die von Schnecken eher verschmäht werden:

Akelei, Alpenaster, Alpenveilchen, Anemone, Ballonblume, Bambus, Bartnelke, Begonie, Bergenie, Borretsch, Brandkraut, Christrose, Duftsteinrich, Efeu, Ehrenpreis, Eisenkraut, Elfenblume, Elfenspiegel, Farn, Felberich, Fetthenne, Fleißiges Lieschen, Flammenblume, Flockenblume, Frauenmantel, Fuchsschwanz, Gänsekresse, Gedenkemein, Geißbart, Gelenkblume, Geranie, Gewürztagetes (tenuifolia), Gladiole, Golderdbeere, Goldlack, Goldmohn, Goldrute, Hauswurz, Heiligenkraut, Immergrün, Jakobsleiter, Johanniskraut, Kapuzinerkresse, Katzenminze, Kokardenblume, Kreuzkraut, Küchenschelle, Kugeldistel, Knöterich, Lavendel, Lilie, Lobelie, Lungenkraut, Mädesüß, Maiglöckchen, Malve, Mittagsgold, Monbretie, Mutterkraut, Nachtkerze, Nelke, Nelkenwurz, Ochsenzunge, Oregano, Perlkörbchen, Papierblume, Petunie, Pfingstrose, Polsterphlox, Prachtspiere, Portulakröschen, Porzellanblümchen, Purpurglöckchen, Purpursonnenhut, Rosmarin, Salbei, Salomonsiegel, Schafgarbe, Schaumblüte, Scheinmohn, Schleierkraut, Schwertlilie, Silberkerze, Skabiose, Sonnenbraut, Sonnenflügel, Sonnenhut (Rudbeckia), Sonnenröschen, Spierstaude, Spornblume, Steinbrech, Steinkraut, Sterndolde, Storchschnabel, Strandflieder, Thymian, Tränendes Herz, Vergissmeinnicht, Wollziest, fast alle Ziergehölze (außer Clematis), Ziergräser, Zierlauch, Ziertabak, Zweizahn.

Zierpflanzen, die von Schnecken bevorzugt gefressen werden:

Aster, Brennende Liebe, Canna, Chrysantheme, Dahlie, Diptam, Fackellilie, Frauenschuh, Funkie, Kornblume, Lupine, Margerite, Prachtscharte, Primel, Prunkwinde, Rittersporn, Salvie, Silberkerze, Sonnenblume, Stockrose, Strohblume, Tagetes (außer Gewürztagetes), Wucherblume, Zinnie.

Gute Erfahrungen gemacht habe ich auch mit dem großzügigen, regelmäßigen Ausstreuen von Kaffeesatz, rund um besonders gefährdete Pflanzen (Funkien, Rittersporn und Tagetes, auf die ich in meinem Garten keinesfalls verzichten will). Allerdings wirkt das nicht sofort, sondern man muss erst eine Weile Kaffeesatz ausgebracht haben, ehe er den gefräßigen Schleimern den Appetit verdirbt. Ich vermute daher, die Pflanzen selbst müssen erst eine gewisse Menge davon aufnehmen, damit er ihren natürlichen Geschmack verändert. Das wiederum heißt auch, das Schneckenvergrämen mit Kaffeesatz funktioniert sehr wahrscheinlich nicht, wenn es in der Nähe kein alternatives Nahrungsangebot gibt. Angenehmer Nebeneffekt: Die Regenwurmpopulation in unserem Garten hat sich verzigfacht :o).

Ich bitte zu beachten, dass sich mein Artikel mit der Eindämmung von Nacktschnecken – besonders den großen Examplaren – befasst, Gehäuseschnecken hingegen richten kaum größeren Schaden an und werden daher von mir im Garten geduldet oder bei Gelegenheit in einer nahegelegenen Wiese ausgesetzt. Weinbergschnecken sind sogar, als nützliche Verbündete im Kampf gegen ihre obdachlose Verwandtschaft, von mir gern gesehen, weil sie deren Eier fressen.

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Iris | 03.03.2009 | 16:14 Uhr | Gewusst wie

6 Kommentare

  1. Falls du dich wunderst, wer in deinen Archiven wühlt, das bin ich. Ein interessanter Artikel. Ich hätte nicht gedacht, dass du ‘beherzt’ mit der Gartenschere ‘zupackst’. Ich werde mir allerdings andere Wege überlegen müssen, denn wir haben wunderbare Schneckenverstecke: Steine entlang der Garage und der Hauswände. Und da leben die. Ich muss wohl abends öfters sammeln gehen. Häuschenschnecken haben wir auch sehr viele, aber ich hatte mal gelesen, dass die kaum Schaden anrichten.

    Kommentar von Ingrid am 21.08.2009 um 16:50
  2. Schon Okay, dass Du hier rumwühlst, Ingrid. Ich freu’ mich ja, wenn ich auch die eine oder andere Rückmeldung von Lesern bekomme, nicht ‘nur’ von Guckern ;o).

    Kommentar von Iris am 21.08.2009 um 17:22
  3. Ach so, eins noch: Was machst Du denn mit den Schnecken, nachdem Du sie abgesammelt hast?

    Kommentar von Iris am 21.08.2009 um 17:25
  4. Ach, bisher hab’ ich sie in den Gully vorne an der Straße plumpsen lassen. Wahrscheinlich dumm, denn sie kommen wieder. Ich weiß nicht, ob ich das mit der Heckenschere kann … *brrr*. ‘Kochend heißes Wasser’ hab ich auch gelesen – und dann ab in den Gully … mal sehen.
    Aber irgendwas muss geschehen; sie haben bereits eine Chrysantheme in meinem Hauseingangskübel abgefressen.

    Kommentar von Ingrid am 21.08.2009 um 20:48
  5. Ich hab 4 große Chrysanthemenbüsche, zwei davon stehen gerade in voller Blüte, außerdem jede Menge Tagetes, Rittersporne und Funkien. Und nichts davon wurde oder wird Schneckenfutter.
    Ich musste wählen zwischen vielen von meinen Lieblingspflanzen und der endgültigen Beseitigung von Nacktschnecken aus meinem Garten. Und ich stehe zu der Entscheidung, die ich getroffen habe – mit jedem klaren Schnitt.
    Deine bisherige Methode liest für mich mehr nach Beschäftigungstherapie als nach Schneckenbekämpfung ;o).

    Kommentar von Iris am 21.08.2009 um 22:56
  6. Meine ‘bisherige’ Methode habe ich auch nur sporadisch durchgeführt. Nun müsste ich mich allerdings abends auf Schneckensuche begeben oder wenigstens ein Brett auslegen …

    Kommentar von Ingrid am 22.08.2009 um 11:02

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