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Kein Rasen in kleinen Gärten!

Zunächst mal möchte ich hier ein paar Gründe nennen, die mich dazu bewogen haben, den Rasen aus unserem kleinen Reihenhausgarten zu entfernen:

  • Damit ein Zierrasen wirklich eine Zierde ist, muss er während der Vegetationperiode von März bis November mindestens einmal wöchentlich gemäht werden (und die Entsorgung des anfallenden Rasenschnitts kann gerade auf kleinen Grundstücken schnell zum Problem werden).
  • Zeitgleich müssen die Kanten am Zaun und an den Beet- bzw. Terrassenrändern geschnitten werden.
  • Ein- bis zweimal jährlich muss der Rasen außerdem vertikutiert werden.
  • Dreimal im Jahr muss er gedüngt werden und zwar – sofern man kein Düngemittelexperte ist, der den (hohen) Nährstoffbedarf von Rasen genau kennt und Dünger selbst herstellen kann – mit im Handel erhältlichen Rasendüngern.
  • In sommerlichen Trockenperioden muss man ihn regelmäßig und reichlich beregnen, was nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld kostet.
  • Ständig muss man mühsam das Unkraut zwischen des Rasengräsern jäten, das nicht nur durch Flugpollen, sondern auch durch kriechende Wurzelausläufer aus den Nachbargärten unvermeidlich einwandert.
  • In den Herbst- und Wintermonaten muss die Rasenfläche immer wieder von Laub befreit werden, damit die Gräser darunter nicht vergammeln.

Zusammengefasst lässt sich also feststellen: Rasen ist nicht pflegeleicht! Im Gegenteil, er gehört nach meinen Erfahrungen zu den pflegeintensivsten Gartenanlagen überhaupt. Und dieser ganze Aufwand für ein paar kümmerliche Quadratmeter eintöniges Rasengrün (mehr ist in einem kleinen Garten ja nicht drin), das keinerlei Nahrung für Hummeln, Bienen oder Schmetterlinge bietet und auf dem man nicht mal Ball spielen kann, weil es nur eine Frage der Zeit ist, bis dieser in den Blumenrabatten der Nachbarn landet? Meine Antwort auf diese mir selbst gestellte Frage lautete: Nein, soviel Zeit, Geld und Mühe ist mir eine unnütze Rasenfläche nicht wert. Und es ist mir mittlerweile unverständlich, was die Besitzer kleiner Gärten in Deutschland mehrheitlich dazu motiviert, sich weiterhin einen Rasen zu halten.

Alternativen zur 0815-Rasenanlage?

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Iris | 20.07.2009 | 19:04 Uhr | Gewusst wie

10 Kommentare

  1. Da muss ich widersprechen: Mein ‘Rasen’ bietet honigsammelnden Insekten reichlich Nahrung. Doch Spaß bei Seite … dein Blog und dieser Artikel im Besonderen kommt mir gerade recht. Wir haben unseren Garten vernachlässigt und jetzt haben wir viel Arbeit, ihn wieder schön zu gestalten. Genau das ist natürlich auch die Chance dabei. Wir haben zwar auch viel ‘Rasen’, aber das ist inzwischen mehr Klee und Moos als Gras. Es stimmt, wenn man wirklich richtigen Rasen haben will, muss man enorm viel Zeit aufwänden.

    Kommentar von Ingrid am 22.07.2009 um 13:43
  2. Wieso kommt Dir denn gerade dieser Artikel so besonders recht? Spielst Du etwa auch mit dem Gedanken, Deinen (nahrhaften) Rasen zu entfernen? Tze, Gärtnern ist doch keine Arbeit sondern Meditation ;o).

    Kommentar von Iris am 22.07.2009 um 22:57
  3. Dein Artikel ist für mich jettz besonders interessant, weil ich mit Umgestaltungsgedanken spiele, weil mir einiges bei uns nicht gefällt. Ich wälze immer mal wieder Gartenbücher und -zeitschriften. Aber da wir zuerst einiges an der Randbepflanzung in Ordnung bringen müssen, werde ich meine Gartenpläne wahrscheinlich auf den Winter verschieben. Aber träumen kann man ja schon mal und vor allem: sich informieren. Ich werde jetzt mal in deiner Gartenblogroll stöbern.

    Kommentar von Ingrid am 23.07.2009 um 12:52
  4. Hallo Ingrid,
    Wenn Du nach Umgestaltungsideen suchst, schau’ doch mal bei bei Mein schöner Garten. Ich fand die bebilderten Gestaltungsvorschläge da immer ganz interessant.

    Kommentar von Iris am 23.07.2009 um 13:03
  5. Dein rasenloser Garten sieht wunderschön aus. Eine gute Entscheidung! Viele Grüße und ein schönes Wochenende.

    Kommentar von Frau Landgefluester am 25.07.2009 um 14:17
  6. Danke für den Tipp, ‘gebookmarked’, denn jetzt geh’ ich gleich wieder in den Garten, ein bisschen lesen, ein bisschen arbeiten …

    Kommentar von Ingrid am 28.07.2009 um 13:47
  7. [...] davon, dass wir auf so einen “Edel-Rasen” selber keine Lust haben. Iris gibt in ihrem Lebensglück Garten darauf ausführlich Antwort. Und zeigt damit klar auf: so ein Rasen ist alles andere als [...]

    Pingback von Abgesang auf den Zierrasen am 31.07.2009 um 00:46
  8. Und das sind genau die Gründe, warum aus der kleinen ererbten Rasenfläche eine Wiese wurde, und wir lieber eine Betonfläche zum Sitzen im Garten anlegten. Auch wenn unser Garten ca. 600qm groß ist.
    Und da Rasen wirklich viel Arbeit macht, wird auch irgendwann im Garten meiner Mutter der Rasen weichen und mehr Platz für Blumenbeete und verschlungene Pfade entstehen …
    LG Silke

    Kommentar von SchneiderHein am 08.08.2009 um 14:22
  9. Ja, stimmt. Wirklich die richtige Entscheidun den “Edel-Rasen”. rauszukicken. Ich mag diese “Grünen Wüsten” wirklich nicht und finde andere Lösungen meist um vieles besser!
    Grüße
    Raphael

    Kommentar von Raphael am 23.11.2009 um 15:04
  10. [...] vorgenommen haben. Ach übrigens, unser zukünftiger Garten wird zwar nicht gerade klein, aber für Rasen ist da trotzdem kein Platz ;o). Genug der Worte, stattdessen hier eine erste Visualisierung unserer [...]

    Pingback von Lebensglück Garten » » Das Lebensglück Garten ist immer noch da am 27.04.2011 um 14:31

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