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Einjährige in den Staudenbeeten

So, jetzt ist’s geschafft: Gestern hab ich die letzten vorgezogenen einjährigen Sommerblumen in den Garten ausgepflanzt. Zwar waren es heuer erheblich weniger Pflanzen als im letzten Jahr (weil meine Stauden zwischenzeitlich größer geworden sind und mehr Platz einnehmen), aber ca. 100 waren’s doch, die aufgrund des kalten Frühlings ungewöhnlich lange im Anzuchtgewächshaus ausharren mussten. Namentlich: Tagetes in diversen Farben und Wuchshöhen, weiße Schmuckkörbchen, Feuersalbei und Löwenmäulchen. Zusätzlich hatte ich vor ein paar Wochen an einigen Stellen Korn- und Ringelblumen direkt ausgesät und nach und nach pikiert.

Tagetes, Schmuckkörbchen und Feuersalbei sind verhältnismäßig leicht in großen Stückzahlen aus Samen vorzuziehen. Die Löwenmäulchen dagegen stellen sich zickiger an. Die Sämlinge wachsen sehr langsam und sind extrem empfindlich, sodass ich bislang jedes Jahr große Ausfälle bei ihrer Anzucht hinnehmen musste. In dieser Phase nehme ich mir regelmäßig vor, sie künftig von meiner Liste der vorzuziehenden Einjährigen zu streichen. Doch bislang konnte ich im Frühling dann doch nie die Finger von den Samentütchen lassen. Ich finde blühende Löwenmäulchen einfach zu schön und liebe es, im Sommer die Hummeln beim ‘Besteigen’ derselben zu beobachten. Das sieht einfach unbeschreiblich drollig aus.
Kürzlich bin ich allerdings auf eine Lösung für mein Löwenmäulchen-Anzuchtproblem gestoßen: An einer Stelle im Garten, wo letzten Sommer Löwenmäulchen standen, hatten sie sich versamt. Und weil dort im Frühling Tulpen wuchsen, hatte ich da in den ersten Wochen nicht so gründlich geharkt. Diese Sämlinge sehen allesamt kräftig und gesund aus, und es sind so viele, dass ich sogar ein paar von ihnen an eine andere Stelle umsetzen kann. Mein Fazit: Künftig werde ich mir merken, wo ich Löwenmäulchen gepflanzt habe und um diese Stellen im Vorfrühling erst mal großzügig drumherum harken. So ziehen sie sich hoffentlich demnächst selber vor und ich erspare mir den Anzuchtfrust.

Muss das sein? Reichen Stauden denn nicht aus, um den Garten bunt zu machen? Nein, nicht wenn man sich so üppig blühende Blumenbeete wünscht wie ich. Stauden können aufgrund ihrer mehrjährigen Lebensspanne nicht den ganzen Sommer durchblühen. Sie teilen sich ihre Energie für verschiedene Zwecke ein – einen Teil zur generativen Vermehrung, einen anderen zur Ausbreitung durch Wachstum und einen weiteren zur Überwinterung. Einjährige Sommerblumen hingegen investieren ihre ganze Kraft in die Produktion möglichst vieler Nachkommen. Daher blühen sie, was das Zeug hält – umso mehr, je öfter man sie durch Ausputzen verwelkter Blütenstände an der Samenbildung hindert. Und diese einjährigen Dauerblüher eignen sich perfekt, um sowohl die Lücken zu füllen, welche die einziehenden Frühblüher im Sommer in den Staudenbeeten hinterlassen, als auch die Blühpausen der Stauden zu überbrücken.

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Iris | 28.05.2010 | 10:08 Uhr | Gewusst wie

5 Kommentare

  1. Liebe Iris,

    was für ein interessanter Beitrag.

    Ich kann Dich sehr gut verstehen, dass Du neben den Stauden auch noch Sommerblumen haben möchtest. Mir geht es ja ähnlich, allerdings fülle ich die Lücken durch gekaufte Blumen auf.

    Hast Du ein Gewächshaus, oder wie ziehst Du Dir die Pflanzen ?

    Und Deine Entdeckung bezüglich den Löwenmäulchen muss ich mir unbedingt merken, ich mag sie nämlich sehr, sehr gerne.

    Herzliche Grüße
    und ein schönes Wochenende
    wünscht Dir
    Anke

    Kommentar von Anke am 28.05.2010 um 16:23
  2. @Anke:
    Ja, ich habe ein kleines Anzuchtgewächshaus, das ich auf die Terrasse stellen kann. Aber da können meine Zöglinge erst hinein, wenn es nachts nicht mehr friert. Und das hat dieses Jahr ganz schön lange gedauert. Vorher ziehe ich meine Einjährigen auf den Fensterbänken zur Sonnenseite hin vor. Meist fange ich Ende Februar damit an.

    Kommentar von Iris am 28.05.2010 um 17:17
  3. Der Beitrag ist ja interessant zu lesen!
    Ich habe nämlich auch immer Beete mit einer Mischung aus Stauden und Einjährigen, allerdings wird es meist Ende Mai dann ganz schön eng für die Einjährigen. Ich habe auch Schmuckkörbchen in allen möglichen Formen und Farben angezogen. Von Tagetes lass ich inzwischen die Finger, weil die bei mir immer eine Schneckeninvasion nach sich ziehen ;-)
    Liebe Grüße,
    Gartenmädchen

    Kommentar von Gartdenmädchen am 29.05.2010 um 13:32
  4. Dann hast du die Zeit gut genutzt bzw. den richtigen Zeitpunkt erwischt. Wir haben uns gestern eine Auszeit gegönnt und heute hat es derartig geschüttet, dass man jetzt sicher wieder tagelang warten muss, bis der Boden betretbar ist. Ich überlege schon, ob ich mir Sumpfpflanzen anschaffe ;-))
    Dir auch einen guten Start in die Woche (wie immer das Wetter auch ist),
    herzlichen Gruß,
    Ingrid

    Kommentar von Ingrid am 30.05.2010 um 21:09
  5. Meine Löwenmäulchen kommen heuer auch schon das zweite Jahr an der Stelle, wo sie im vergangenen Jahr standen. Die sind sogar schon richtig groß geworden.

    Kommentar von Llewella am 06.06.2010 um 21:48

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