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Öffentliche Gärten

Herrenhäuser Gärten I – der Große Garten

Am vergangenen Freitag, der hier in Nordrhein-Westfalen ein sogenannter Brückentag war, bei unseren Nachbarn in Niedersachsen dagegen nicht, unternahmen mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich einen schon lange geplanten Ausflug zu den Herrenhäuser Gärten in Hannover. In die niedersächsische Landeshauptstadt hätte mich offen gesagt sonst nicht viel locken können, doch von diesen Parkanlagen hatte ich schon viel Schwärmerisches gehört und gelesen. Und nach dem zu urteilen, was wir davon gesehen haben, war nichts übertrieben.

Lediglich in zwei der vier Herrenhäuser Gärten wird Eintrittsgeld verlangt – nämlich im Großen Garten sowie im Berggarten. Allerdings ist das mit 5,- Euro pro Erwachsener m.E. wirklich vergleichsweise preiswert für die Augenweiden, durch man dann viele Stunden wandeln darf. Allein diese beiden Gartenanlagen sind derart weitläufig, dass wir es an diesem Tag auch nur geschafft haben, sie zu besichtigen. Und da sie nicht nur stilistisch völlig unterschiedlich angelegt, sondern auch durch eine Straße getrennt sind, hab ich entschieden, auch meinen Bericht über sie in zwei Blogartikel zu splitten.

Foto: Parterre des Großen Gartens mit Skulptur im Vordergrund

Als erstes besuchten wir den sogenannten Großen Garten, der mit einer Fläche von ca. 50 Hektar zu den bedeutendsten europäischen Barockgärten zählt. Mit diesem Schlosspark (das dazugehörige Schloss wurde allerdings im letzten Weltkrieg zerstört) nahm die ruhmreiche Geschichte der Herrenhäuser Gärten 1638 ihren Anfang.

Nach unserem Betreten des Parks erkundeten wir zunächst das gigantische Parterre mit seinen Broderiebeeten und zahlreichen großen weiß getünchten Sandsteinskulpturen.

Foto: Weibliche Skulptur mit Früchten

Anschließend schlenderten wir gemächlich (es war immerhin ein heißer Sommertag), an acht von Buchenhecken eingefassten Boskettgärten vorbei, zur weithin sichtbaren Großen Fontäne, das höchste und technisch aufwendigste der zahlreichen Wasserspiele des Parks. Bei völliger Windstille erreicht ihr Wasserstrahl heute angeblich eine Höhe von etwa 80 Metern.

Foto: Große Fontäne im Nouveau Jardin

Maßgeblich verantwortlich für den barocken Stil des Großen Gartens war die nachfolgend abgebildete Dame, Kurfürstin Sophie von Hannover, der wir auf unserem Weg zur Großen Fontäne ebenfalls begegneten.

Foto: Steinernes Denkmal der Kurfürstin Sophie von Hannover

Der Große Garten in Hannover Herrenhausen ist der größte Barockgarten, den mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich bis dato besichtigt haben. Und wenngleich wir die klassischen Skulpturen, Formschnitte, Brunnen und ornamentalen Blumenbeete schon auf eine Art sehr beeindruckend fanden, entspricht diese eben auch sehr künstlich und streng wirkende Gartenarchitektur nicht unseren Vorstellungen von einem Traumgarten. Denen kamen wir allerdings bei unserer anschließenden Besichtigung des Berggartens sehr nahe. Doch davon später mehr…

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Iris | 07.06.2010 | 15:15 Uhr | Öffentliche Gärten | 3 Kommentare

In einem Meer von Frühlingsblumen schwelgen

Foto: Kleiner weißer Pavillon und Zierbrunnen inmitten von Frühlingsblumen

Das war ein von mir langgehegter Wunsch für ein traumhaftes Frühlingswochenende. Um mir diesen Wunsch zu erfüllen, brach mein Lieblingsgärtnergehilfe mit mir am frühen Samstagmorgen zu einem Ort auf, zu dem vermutlich jeder Blumenfreund einmal in seinem Leben pilgern möchte – dem Keukenhof in Holland.

Foto: Weiße Reiterstatue mit blühendem Kirschblütenzweig, orangenen Tulpen und gelben Nazissen im Vordergrund

Nach viereinhalbstündiger Autofahrt erreichten wir am späten Vormittag Lisse, eine kleine niederländische Gemeinde zwischen Leiden und Haarlem. Welche weltberühmte Attraktion Reisende dort erwartet, konnte man schon anhand der buntgestreiften Zwiebelblumenfelder drum herum und dem betörenden Duft erahnen, der einen umgibt. Nie zuvor hab ich sooooo viele Frühlingsblumen auf einmal gesehen.

Foto: Mit rosa und violetten Hyazinthen, Tulpen und Persischen Fritillarien Ton in Ton bepflanztes Beet unter Bäumen

Gut, der Ticketpreis für eine Tageskarte und die Parkgebühren, die man den Gästen des Blumenparadieses Keukenhof abverlangt, sind ganz schön happig: 14,- Euro pro Erwachsener und 6,- Euro pro Auto. Doch darauf waren wir vorbereitet, und das war uns der Besuch dieser weltweit einzigartigen Frühblüherausstellung auch wert. Unsere Verpflegung hatten wir uns aber immerhin von Zuhause mitgebracht. Denn man kennt das ja: Wo sich viele Menschen tummeln und die Nachfrage entsprechend hoch ist, sind es auch die Preise.

Foto: In Knallfarben Tulpen-, Narzissen-, und Hyazinthenbeete rund um schwarzweiß-gemusterte Kopfskulpturen

Die Vielfalt und Üppigkeit an Formen, Farben und Frühlingsdüften, in die wir dann auf dem Keukenhof eintauchen durften, übertraf meine Erwartungen allerdings bei Weitem. Präsentiert werden unschätzbar viele Frühlingszwiebelblüher in immer wieder anderen Kombinationen und Anmutungen: Von wild natürlich bis streng geometrisch, romantisch verspielt, klassisch barock oder gradlinig modern, für jede erdenkliche Gartensituation und jeden Stil wird Blumenfreunden eine Fülle von Ideen geboten. Uns haben besonders die unterpflanzten blühenden Kirschbäume am Flüsschen gefallen, das sich durch den Park schlängelt.

Foto: Blick durch einen kleinen blühenden Kirschbaum auf Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthenbeete am Wasser

Für mich in diesem Ausmaß unerwartet war leider auch die Dreistigkeit und die ‘Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität’ etlicher Besucher, die anscheinend der Ansicht waren, die unübersehbar ausgeschilderten Regeln der Ausrichter würden für sie nicht gelten. So empfand ich – trotz all der botanischen Schönheit, die uns umgab – die durch den Park strömenden Menschenmassen nach einer Weile doch als eine sich stetig steigernde Zumutung. Mein Lieblingsgärtnergehilfe kann das ganz gut ausblenden, sagt er. Mir gelingt das leider nicht so gut. Ich fühl mich inmitten solcher Menschenmassen ziemlich schnell unwohl und eingeengt. Und obwohl wir noch längst nicht alles gesehen hatten, ließ sich nach etwa vierstündiger Wanderung durch die Anlagen mein kontinuierlich stärker werdendes Fluchtbedürfnis nicht mehr unterdrücken, sodass wir dann den Park verließen.

Foto: Langes, geschwungenes Beet mit in Streifen nebenbeinander gepflanzten Narzissen, Tulpen und Hyazinthen in bunten Farben

Damit sich die relativ lange Anreise für uns dennoch richtig lohnen würde, hatten wir uns schon vorher vorgenommen, nach der Keukenhof-Besichtigung noch ans Meer zu fahren. Das bietet sich an, da Lisse nur wenige Autominuten von der Nordseeküste entfernt liegt. Bei einem ausgiebigen Picknick und einem barfüßigen Spaziergang am Sandstrand konnten wir dann wieder entspannt aufatmen und uns vom Stress der Massen erholen. Zupass kam uns dabei natürlich auch das sonnige, mildwarme Wetter an diesem Bilderbuchfrühlingstag, und Dank Eyjafjallajökull waren am strahlendblauen, wolkenlosen Himmel nicht mal Kondensstreifen zu sehen. Fotografiert hab ich am Meer allerdings nicht mehr. Erstens war meine Speicherkarte bereits voll, und zweitens können Fotos imo nicht mal annähernd die besondere Atmosphäre dieser endlos scheinenden Weite wiedergeben. Letztendlich sieht man auf Meerfotos ja doch immer nur drei Streifen – Sand, Meer, Himmel. Doch wir konnten von diesem wunderbaren Nachmittag am Strand noch einige schöne Eindrücke mit auf die Heimreise nehmen, die in unserer Erinnerung noch lange lebendig bleiben und die ewige Sehnsucht nach dem Meer weiter nähren.

Foto: Wasserfontäne und Trauerweide am Wasser mit knallroten Tulpen und Zweigen im Vordergrund

Meine Fotoausbeute vom Keukenhof ist allerdings so reichlich ausgefallen, dass mir die Auswahl repräsentativer Bilder für diesen Blog-Bericht schwer gefallen ist. Ich hoffe, ich habe ein paar ausgesucht, die Euch zumindest einen kleinen Eindruck von der einzigartigen Blumenpracht vermitteln können, die dort alljährlich so viele Menschen aus aller Welt anlockt.

Foto: Flächiges Blumenbeet aus in Gruppen geplanzten Tulpen mit unterschiedlichen Farben und Blühzeiten

Der Besuch auf dem Keukenhof lohnt sich übrigens auch in den nächsten Wochen noch. Denn wir haben da noch reichlich Gehölze, Tulpen und andere Frühlingsblüher gesehen, deren Blütezeit erst noch bevorsteht.

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Iris | 19.04.2010 | 14:11 Uhr | Öffentliche Gärten | 5 Kommentare

Bauerngartenimpressionen aus dem Freilichtmuseum

Foto: Mit Buchshecken eingefasste Beete im Bauerngarten

Während unseres Ausflugs ins Freilichtmuseum Detmold am vergangenen Wochenende, hatten mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich u.a. die Gelegenheit, einige traditionell angelegte Bauerngärten zu besichtigen.

Foto: Bunte Bauerngartenbeete vor Fachwerkhäusern

Und von dem Garten, der mir dort am besten gefallen hat, will ich Euch auch hier noch ein paar meiner mitgebrachten Fotos zeigen.

Foto: Üppig blühende bunte Bauerngartenbeete

Immer, wenn ich so etwas sehe, muss ich an eine Weisheit denken, die angeblich von einem der berühmtesten Blumenmaler stammen soll.

Wenn Blumen, gleichgültig welcher Farben und Formen, zusammenstehen, kann niemals ein Bild der Disharmonie entstehen.
Vincent van Gogh (1853 – 1890)

Und dann finde ich, er hat irgendwie recht – allen Farblehren zum Trotz ;o).

Foto: Fachwerkhaus mit angrenzendem Weidenzaun

Was uns aus gärtnerischer Sicht auch sehr gefallen hat, waren die Einfriedungen der Gärten und Höfe, die ebenfalls auf althergebrachte Weise angefertigt wurden, wie bspw. diese geflochtenen Weidenzäune.

Und wer jetzt wissen will, was es sonst noch zu sehen gab im Freilichtmuseum Detmold, der kann ja mal in meinem anderen Blog nachschauen ;o).

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Iris | 06.08.2009 | 09:50 Uhr | Öffentliche Gärten | 6 Kommentare
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