Tiere im Garten
Gestaltung eines Schmetterlingsgartens
Nachdem in den Kommentaren zu meinem vorherigen Blog-Artikel die Frage aufkam, wieso es in unserem Garten dieses Jahr offenbar so viel mehr Schmetterlinge gibt als in anderen Gärten, hab ich mal ein bisschen im Netz recherchiert, worauf die bunten Sommerboten fliegen. Denn ich freue mich zwar über die vielen Schmetterlinge hier, aber so richtig drauf angelegt hatte ich es bisher gar nicht, sie massenhaft anzulocken.
Wie von mir erwartet sind die erwachsenen Falter vor allem auf ein möglichst großes Nektarangebot angewiesen. Dieses Bedürfnis teilen sie mit Bienen und Hummeln, die ja inzwischen bei uns ebenfalls zahl- und artenreich vertreten sind. Da wir unseren rasenlosen Reihenhausgarten lückenlos mit Zwiebelblühern, Blütensträuchern, Stauden und einjährigen Sommerblumen bepflanzt haben, ist beinahe ganzjährig für ein üppiges Schmetterlingsbuffet gesorgt.
Darüber hinaus haben Schmetterlinge offenbar ähnliche Vorlieben bei der Pflanzenauswahl wie ich. Sie stehen … äh pardon fliegen nämlich besonders auf bunte Farben wie Blau, Gelb, Orange, Rot und Violett. Außerdem werden sie von duftenden Blüten und Kräutern magisch angezogen. Ein kunterbunter Bauerngarten ist also genau das, was Schmetterlinge lieben.
Auswahl beliebter Schmetterlingstrachtpflanzen für den Hausgarten:
Bartblume, Blaukissen, Blaustern, Blutweiderich, Dill, Dost, Duftveilchen, Edel- und Kugeldistel, Edelgarbe, Fetthenne, Flieder, Geißblatt, Herbstaster, Hyazinthe, Klee, Lavendel, Lauch, Liebstöckl, Mädchenauge, Margerite, Nachtkerze, Natternkopf, Phlox, Prachtscharte, Salbei, Schlüsselblume, Seifenkraut, Skabiose, Sommerflieder (Buddleja davidii), Sonnenhut (Echinacea), Steinkraut, Storchschnabel, Thymian, Verbene, Ziertabak, Zinnie.
Doch da auch Schmetterlinge ja nicht einfach so vom Himmel fallen, brauchen sie für ihren Nachwuchs natürlich auch Futterpflanzen in der Nähe. Aber wer weiß schon auf Anhieb, was welche Schmetterlingsraupe frisst? Kein Grund zum Verzagen, denn ich hab keine Kosten und Mühen gescheut, es für Euch herauszufinden ;o)?
Raupenfutterpflanzen einiger bekannter heimischer Schmetterlingsarten:
Admiral: Große Brennnessel
Aurorafalter: Kreuzblütler, Knoblauchsrauke, Wiesenschaumkraut
Bläulinge: Heidekrautgewächse, Hülsenfrüchtler, Lippenblütler, Storchschnabelgewächse, Zistrosengewächse
Blutströpfchen (Widderchen): Doldengewächse, Rosengewächse, Schmetterlingsblütler
C-Falter: Große Brennnessel, Hasel, Hopfen, Rote Johannisbeere, Salweide, Stachelbeere, Ulme
Distelfalter: Große Brennnessel, Hülsenfrüchtler, Korbblütler, Kreuzblütengewächse, Kratz- und Ringdisteln, Kürbisgewächse, Malvengewächse, Raublattgewächse, Weinrebengewächse
Gammaeule: Brennnessel, Löwenzahn, Salat u.v.a.
Großer Fuchs: Apfelbaum, Birnbaum, Espe, Salweide
Großer Schillerfalter: Grauweide, Salweide, Silberweide
Großes und kleines Ochsenauge: Rispengräser, Schwingel, Berg-Trespe
Kaisermantel: Echtes Mädesüß, Veilchen
Kleiner Eisvogel: Gewöhnliche Schneebeere, Rote Heckenkirsche, Wald-Geißblatt
Kleiner Fuchs: Große Brennnessel
Kleiner Weinschwärmer: Labkräuter (Echtes Labkraut, Weißes Labkraut), Weidenröschen
Kleines Nachtpfauenauge: Heidekrautgewächse (Besenheide, Heidelbeere), Rosengewächse (Brombeere, Himbeere, Schlehe), Salweide, Wiesensalbei
Kleines Wiesenvögelchen: Süßgräser (Echter Schaf-Schwingel, Wiesenrispengras)
Kohlweißling: Fuchsschwanzgewächse, Kaperngewächse, Kapuzinerkresse, Kreuzblütler, Resedagewächse
Landkärtchen: Brennnessel, Gewöhnlicher Klettenkerbel
Ligusterschwärmer: Esche, Flieder, Liguster u.v.a.
Mittlerer Weinschwärmer: Blutweiderich, Fuchsien, Schmalblättriges Weidenröschen, Springkräuter
Russischer Bär: Brombeere, Hasel, Himbeere, Fuchs-Greiskraut, Große Brennnessel, Kleiner Wiesenknopf, Natternkopf, Taubnessel, Wiesensalbei
Schachbrett: Rispengräser, Schwingel, Berg-Trespe
Schönbär: Brombeere, Fuchs-Greiskraut, Große Brennnessel, Echtes Mädesüß, Hasel, Himbeere, Kohldistel, Rote Heckenkirsche, Salweide, Wegerich u.v.a.
Schwalbenschwanz: Doldengewächse (z.B. Wilde Möhre, Dill, Pastinake), Weinraute, Diptam
Tagpfauenauge: Große Brennnessel
Taubenschwänzchen: Rötegewächse (z.B. Echtes Labkraut, Kletten-Labkraut, Wald-Labkraut, Wiesen-Labkraut, Waldmeister)
Trauermantel: Birke, Salweide, Ulme
Zitronenfalter: Faulbaum, Kreuzdorn
Wer Schmetterlinge dauerhaft im eigenen Hausgarten ansiedeln will, sollte es außerdem mit der Ordnung nicht ganz so preußisch genau nehmen. Vor allem von allzu gründlichem Auf- und Abräumen im Herbst ist in einem Schmetterlingsgarten abzuraten, da viele einheimische Schmetterlingsarten auch hierzulande überwintern und dazu ungestörte Unterschlupfmöglichkeiten brauchen.
Quellen und weiterführende Links zum Thema Schmetterlingsgarten:
- Der Schmetterlingsgarten: Ein Garten für Schmetterlinge und Falter
- garten-treffpunkt.de - Ein Garten für Schmetterlinge – NABU.de
- Schmetterlingsgarten: Falter fest eingeplant – openPR.de
Iris | 30.08.2010 | 21:04 Uhr | Gewusst wie, Tiere im Garten | 4 Kommentare
Schmetterlinge im Sommer 2010
In diesem Sommer wird unser kleiner Garten außerordentlich zahlreich von Schmetterlingen besucht. Wahrscheinlich hat es sich unter den Flattermännern unserer Gegend inzwischen rumgesprochen, dass hier alle satt werden ;o).

Noch bis vor wenigen Wochen fielen uns die Kohlweißlinge am stärksten ins Auge, da sie den anderen Faltern zunächst zahlenmäßig weit überlegen waren.

Mittlerweile haben jedoch die kleinen Füchse kräftig aufgeholt und geben hier nun als größte Faltergruppe den Ton an.

Der Distelfalter hat sich hingegen im Vergleich zum letzten Jahr heuer deutlich rarer gemacht.

Gegenwärtig wird er zahlenmäßig sogar von den Tagpfauenaugen überflügelt.

Bläulinge sind auch dieses Jahr in unserem Garten vergleichsweise selten zu sehen. Und wenn ich doch mal einen zu Gesicht bekam, war es meist ein ziemlich mitgenommenes Exemplar.

Diesen Falter hab ich bei uns bislang erst einmal gesehen. Um ihn beim Namen nennen zu können, musste ich erst online recherchieren. Das Ergebnis: Es ist ein Landkärtchen – und zwar eins aus der Sommergeneration.

Seinen ebenfalls recht dunkel geflügelten Verwandten, den Admiral, kenne ich allerdings schon länger – obgleich er unseren Garten immer erst während der Blütezeit des Schmetterlingsflieders regelmäßig beehrt.

Der letzte Edelfalter aus unserem diesjährigen Sommergarten, den ich hier im Bild zeigen kann, ist der C-Falter. Auch er ist hier erst kürzlich zum ersten Mal aufgetaucht.
Einen schmetterlingsfreundlichen Ziergarten zu gestalten, ist übrigens viel leichter, als ich es mir zu Beginn meiner Gartenleidenschaft vorgestellt hatte. Es braucht nur jede Menge bunter, duftender Blumen (na ja und natürlich ein paar Raupenfutterpflanzen in der näheren Umgebung). Als besonders beliebte Nektartankstellen haben sich bei uns vor allem Lavendel, Mädchenauge, Prachtscharte, Schmuckkörbchen, Sonnenhut und selbstredend der Schmetterlingsflieder erwiesen.
Schlagworte: Edelfalter, Gartengestaltung, Makro, Schmetterling, Schmetterlingsgarten, ZiergartenIris | 29.08.2010 | 10:10 Uhr | Tiere im Garten | 8 Kommentare
Eine Wespe. Aber welche?

Ich finde sie sehr hübsch. Doch ich kann sie keiner Wespenart eindeutig zuordnen. Ich finde, die diversen Faltenwespen sehen sich untereinander teilweise sehr ähnlich.
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Nachtrag:
Hmm, ich glaube gerade eine Erklärung dafür gefunden zu haben, dass ich mein Exemplar unter den Web-Wespen nicht ausmachen konnte. Könnte es vielleicht sein, dass es sich hier um eine Wespenbiene handelt?
Iris | 21.06.2010 | 13:04 Uhr | Tiere im Garten | 4 Kommentare
Ein rauschendes Fest mit kugelrunden Schönheiten
In den letzten Tagen bin ich nicht sehr oft zum Fotografieren gekommen, obwohl es an schönen Motiven derzeit nun wirklich nicht mangelt. Denn das alljährliche Freudenfest des Lebens befindet sich auf seinem Höhepunkt. Die Natur hat wieder ihr spektakuläres Frühlingsfeuerwerk gezündet. Täglich gibt es im Garten frisch gesprießtes Grün und neue Blüten zu entdecken. Und in ihrem Gefolge treffen auch immer mehr krabbelnde, schwebende und summende Gartengäste ein.
Indessen ist der Festschmaus für alle angerichtet: Direkt nach dem Ausbringen des letzten Mulchkomposts, kam wie bestellt der Regen und tränkte den Boden ausgiebig. Das wurde auch Zeit, denn sein Durst war groß. Nun kann man ihn genüsslich schmatzen hören. Mahlzeit, wohl bekomm’s!
Ein paar Bilder hab ich aber zwischenzeitlich doch gemacht. Und zwei davon möchte ich hier heute zeigen. Auf dem ersten ist meine momentane Lieblingsblume im Vorgarten zu sehen – eine karminrote Kugelprimel. Diese Farbe ist doch der Wahnsinn, oder?

Zum zweiten Bild inspirierte mich ein Blog-Stammgast, der hier kürzlich kommentierte, erst der Insektenbesuch würde eine Blüte so richtig zum Leben erwecken. Voilà, lieber Rolf, belebte Vergissmeinnicht für Dich ;o).

Iris | 04.05.2010 | 09:22 Uhr | Pflanzenportraits, Tiere im Garten | 8 Kommentare
Königinnen in Not

Kurz nach Beginn der Krokusblüte fanden sich auch die lange vermissten Hummeln wieder in unserem Garten ein. Doch etlichen der Hummelköniginnen geht es sichtlich schlecht. Der außergewöhnlich hartnäckige Winter hat ihnen offenbar schwer zu schaffen gemacht. Viele von ihnen wurden nicht nur durch den langen Nahrungsmangel sehr geschwächt, sondern obendrein durch starken Milbenbefall.

Gestern Abend sah ich eine dunkle Erdhummel völlig entkräftet über unsere Terrasse kriechen. Glücklicherweise hatte ich erst vor kurzem auf der Website des NABU gelesen, wie man derart geschwächten Tieren zumindest ein bisschen helfen kann – nämlich indem man ihnen etwas Zuckerlösung auf einem Teelöffel anbietet. Wie man hier sehen kann, hat ‘meine’ matte Königin den Energietrank dankbar angenommen. Sie tat sich etwa zehn Minuten daran gütlich und nahm ungefähr ein Viertel der Flüssigkeit auf. Und weil es schon kurz vorm Dunkelwerden war, ließ ich sie in eine von meinen Topfprimeln krabbeln und stellte diese dann ins Anzuchtgewächshaus, wo sie etwas geschützter übernachten konnte.
Heute Morgen nach dem Aufwachen schaute ich gleich nach, ob sie noch da war. Ich fand sie so, wie ich sie gestern zurückgelassen hatte, ließ sie auf ein Blatt Papier krabbeln und gab ihr im Haus (wo sie sich nebenbei auch noch etwas aufwärmen konnte) noch mal etwas Zuckerlösung. Anschließend setzte ich sie draußen auf einen der großen Natursteine in einem Blumenbeet, das schon von der Morgensonne beschienen wurde. Danach machte sie schon einen viel vitaleren Eindruck, bewegte sich schneller und benutzte auch schon mal ihre Flügel. Jetzt ist sie fort. Ich hoffe, sie hält weiter durch und gründet ein großes Volk.
Schlagworte: Hummel, Makro, NützlingsförderungIris | 30.03.2010 | 09:55 Uhr | Tiere im Garten | 6 Kommentare