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Gewusst wie

Blütensträucher zur Einfriedung unseres Neubaugrundstücks

In meinem letzten Blog-Artikel hatte ich ja bereits erwähnt, dass ich die Gehölze, die eine herausragende Rolle bei der Strukturierung unseres künftigen Gartens spielen werden, bereits alle ausgewählt und auch schon teilweise aus Steckhölzern oder Sämlingen vorgezogen habe. Heute möchte ich Euch zunächst etwas über die Sträucher erzählen, aus denen sich die Blütenhecke zusammensetzt, die unser Grundstück von drei Seiten einfassen und den einzelnen Gartenräumen später Wind- und Sichtschutz geben soll:

Bauernjasmin, Bluthasel, Blutjohannisbeere, Büschelrose, Edelflieder ‘Andenken an Ludwig Späth’, Edelflieder ‘Charles Joly’, Edelflieder ‘Michel Buchner’, Edelflieder ‘Mme Lemoine’, Edelflieder ‘Mrs Edward Harding’, Forsythie, Gelbholz-Hartriegel, Goldjohannisbeere, Goldliguster, Gefüllter Schneeball, Gemeiner Flieder, Gemeiner Schneeball, Kolkwitzie, Maiblumenstrauch, Pfaffenhütchen, Prachtspiere, Roter Hartriegel, Tatarische Heckenkirsche, Teufelsstrauch, Waldhasel, Weigelie ‘Brigela’, Weigelie ‘Bristol Ruby’, Weigelie ‘Red Prince’, Weigelie ‘Snowflake’, Weißbunter Hartriegel, Winterschneeball ‘Dawn’

Die meisten von diesen Sträuchern werde ich mehrfach pflanzen und sie so kombinieren, dass die Hecke von der Wuchsform, Laubfärbung, Höhenstaffelung, Blütezeit und -farbe her möglichst abwechslungsreich wird, aber dennoch zu einem harmonischen Ganzen zusammenwächst.

Nach meinen Erfahrungen am leichtesten aus Steckhölzern zu vermehren waren Bauernjasmin, Blutjohannisbeere, Deutzie, Forsythie, Hartriegel und Pfaffenhütchen. Andere, wie z.B. die Haseln kann man ganz einfach bei Nachbarn oder Bekannten mit großem Garten abstauben, weil sie sich häufig (oft durch die Hilfe vergesslicher Eichhörnchen ;o) versamen. So hab ich z.B. in unserem neuen Garten 4 schon recht stattliche Bluthaseln gefunden, die ihren Ursprung wohl im Garten meiner neuen Nachbarin haben, wo zwei große Exemplare stehen. Die Waldhaseln sind Sämlinge aus meiner Noch-Nachbarschaft.
Die Flieder sind bis auf zwei neu dazugekauft – allerdings sehr preiswert, weil noch recht klein. Aber bis wir einziehen wachsen sie ja noch :o). Die Sorte ‘Andenken an Ludwig Späth’ werde ich aus meinem jetzigen Garten mitnehmen und den gemeinen Flieder hab ich (neben einigen weiteren Gehölzen und Stauden) von meiner Mutter geschenkt bekommen, die erst kürzlich ihren Garten aufgegeben hat. Flieder gehören wie die Weigelien zu meinen absoluten Lieblings-Blütensträuchern. Ich finde, man kann gar nicht genug davon haben. Auch 10 Goldliguster habe ich neulich günstig online ‘geschossen’. Bei ihnen ist mir die Steckholzvermehrung leider nicht gelungen. Sie waren mir aber wichtig, weil sie durch ihr leuchtendes Laub die Hecke beleben.

Wichtig war mir bei meiner Gehölzauswahl – sowohl in der Blütenhecke, als auch im Unterholz des Ahornhains – auch die Aufnahme einiger heimischer Sträucher, welche Insekten und Vögeln optimalen Schutz und Nahrung bieten. Verzichten musste ich dabei leider auf schwarzen Holunder, obwohl ich den sehr schön finde. Jedoch reagiere ich auf seine Blüten allergisch.
Um meinen Blütensträuchern genügend Platz zu lassen, ihre individuelle Wuchsform zu entfalten und sich gegenseitig nicht allzu sehr zu bedrängen, habe ich mich für einen Pflanzabstand von 1,50 m entschieden.

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Iris | 28.04.2011 | 14:39 Uhr | Gewusst wie | 6 Kommentare

Das Lebensglück Garten ist immer noch da

…wenngleich hier im Blog in den letzten Wochen nichts davon zu sehen war und ich mich auch in anderen Gartenblogs rar gemacht habe. Das liegt aber nicht daran, dass ich keine Lust mehr habe, über mein Gartenglück zu berichten, sondern mir fehlte schlicht die Zeit dazu. Heute will ich mir aber zumindest mal die Zeit nehmen, Euch darüber aufzuklären, was mich so lange vom Bloggen und Kommentieren abgehalten hat, denn mein Zeitmangel wird noch eine ganze Weile anhalten. Das Lebensglück-Garten-Blog werde ich aber dennoch nicht aufgeben, denn danach wird es hier mehr von meinem Gartenglück zu berichten geben als je zuvor. So, nun aber genug der Andeutungen, zur Sache Schätzchen:

Im November letzten Jahres erwarben mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich ein 1.342 m² großes, idyllisch gelegenes Baugrundstück in Hanglage (Gefälle 10%), am Rande eines kleinen Dorfes, in der Nähe unseres jetzigen Wohnsitzes. An diesem Ort wollen wir uns einen gemeinsamen Lebenstraum erfüllen: Wir werden dort in den nächsten Monaten ein kleines Häuschen bauen und das Grundstück nach und nach in unseren persönlichen Traumgarten verwandeln. So sah unser Grund und Boden aus, bevor wir uns daran machten, unseren Traum zu verwirklichen:

Foto: Unbearbeitetes Neubaugrundstück März 2011

Zu diesem Zweck entwarf ich während der vergangenen Wintermonate zunächst den Grundriss unseres Hauses und plante gemeinsam mit meinem Lieblingsgärtnergehilfen die Bauweise (Geschosszahl, Dachform, Bodenplatte, Baumaterialien, Dämmung, Energieversorgung u.s.w). Anschließend klärten wir auf dem Bauamt, ob wir für unsere Pläne mit der Erteilung einer Baugenehmigung rechnen können. Nachdem wir dort nicht auf Widerstand stießen, suchten wir uns eine Architektin, die unsere Entwürfe in eine Genehmigunsplanung übersetzte und stellten den Bauantrag. Dieser wurde auch inzwischen genehmigt und so können wir in Kürze mit dem Bau des Hauses beginnen.

Während der formellen Vorlaufphase war ich jedoch nicht untätig. Zwischenzeitlich entwarf ich nämlich die Grundstruktur unseres künftigen Gartens und machte mir auch schon detaillierte Gedanken über die Gestaltung verschiedener Gartenräume und ihrer Bepflanzung. Natürlich plante ich dabei alle meine Lieblingspflanzen aus unserem jetzigen Gästehandtuchgarten ein sowie etliche Sträucher und Stauden, die ich in den nächsten Monaten leicht selbst heranziehen kann. So habe ich z.B. seit Jahresbeginn einen Großteil der Sträucher, die später eine gemischte Blütenhecke zur Grundstückseinfriedung bilden sollen, bereits aus Steckhölzern vorgezogen. Bis zum Herbst werden diese hoffentlich schon groß genug sein, den nächsten Winter im Freien zu überstehen. Auch eine ganze Reihe Bodendecker habe ich bereits geteilt und auf dem neuen Grundstück ausgepflanzt, damit sie dort den Sommer über weiter wachsen, um nächstes Jahr an ihrem endgültigen Standort möglichst schnell die unerwünschten Wildkräuter verdrängen zu können. So, nun will ich Euch aber erst mal einen ersten Überblick über meine Pläne gewähren, damit Ihr eine Vorstellung bekommt, was wir uns vorgenommen haben. Ach übrigens, unser zukünftiger Garten wird zwar nicht gerade klein, aber für Rasen ist da trotzdem kein Platz ;o). Genug der Vorrede, stattdessen hier eine erste Visualisierung unserer Pläne:

Grafik: Grundstücksentwurf 1

  1. Hauptgartenwege (Splitt)
  2. Nebenpfade (Natursteinplatten)
  3. 2 – 3 m hohe gemischte Blütenhecke zur Einfriedung
  4. Vorgarten (weiß-gelbe Bepflanzung; Ostseite)
  5. Gehölzgarten (Großgehölze, Rhododendren und Hortensien, unterpflanzt mit Stauden)
  6. Heidegarten (Bepflanzung: Vorwiegend weiße und rote Winterheide, kleinere Flächen Knospenheide, aufgelockert mit passenden Gehölzen, Findlingen und knorrigen Ästen)
  7. Schmales Schattenbeet (Nordseite des Hauses)
  8. Nutzgarten (traditioneller Bauerngarten)
  9. Beet mit typischen Bauerngartenstauden, Anzuchtgewächshaus und Insektenhotel
  10. Steingarten mit nach Süden abfallenden Aufschüttungen und einem Ziergartenteich, eingefasst durch eine Natursteinmauer mit einer Aussparung für einen Bewässerungsbrunnen
  11. Prärie-Staudengarten mit hohen, sonnenliebenden Stauden und Ziergräsern, einem Holz-Gerätehaus sowie einem Kompostplatz
  12. Kleiner Rosengarten mit Sitzplatz unter einem Rosenpavillon
  13. Ahornhain, unterpflanzt mit überwiegend heimischen Stauden und einer Buchenlaube am Ende des Hauptweges

Jetzt könnten einige von Euch vielleicht denken: “Hm, und das bisschen Geplane hat Dich die ganze Zeit vom Bloggen abgehalten?” Nein, das allein natürlich nicht. Weil wir jedoch in der Bauzeit des Hauses einen Unterstellplatz für unser Werkzeug und einen Aufenthaltsraum während kurzer Regenschauer brauchen, haben mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich unser Gerätehaus schon vorab aufgebaut. Und ich kann Euch sagen: Auch ein kleines Fundament an einem Hang zu errichten ist gar nicht so einfach und ganz schön zeitraubend, wenn man so was noch nie vorher gemacht hat. Außerdem haben wir einige alte Obstbäume an der oberen Grundstücksgrenze gefällt, zerkleinert und abtransportieren lassen. Und ich habe bereits den Ahornhain bepflanzt sowie einen Teil der Blütenhecke angelegt (sämtliche Gehölze auf dem Grundstück sind übrigens schon namentlich vorbestimmt). Doch davon ein andermal mehr…

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Iris | 27.04.2011 | 14:30 Uhr | Garteneindrücke, Gewusst wie | 10 Kommentare

Gestaltung eines Schmetterlingsgartens

Nachdem in den Kommentaren zu meinem vorherigen Blog-Artikel die Frage aufkam, wieso es in unserem Garten dieses Jahr offenbar so viel mehr Schmetterlinge gibt als in anderen Gärten, hab ich mal ein bisschen im Netz recherchiert, worauf die bunten Sommerboten fliegen. Denn ich freue mich zwar über die vielen Schmetterlinge hier, aber so richtig drauf angelegt hatte ich es bisher gar nicht, sie massenhaft anzulocken.

Wie von mir erwartet sind die erwachsenen Falter vor allem auf ein möglichst großes Nektarangebot angewiesen. Dieses Bedürfnis teilen sie mit Bienen und Hummeln, die ja inzwischen bei uns ebenfalls zahl- und artenreich vertreten sind. Da wir unseren rasenlosen Reihenhausgarten lückenlos mit Zwiebelblühern, Blütensträuchern, Stauden und einjährigen Sommerblumen bepflanzt haben, ist beinahe ganzjährig für ein üppiges Schmetterlingsbuffet gesorgt.

Darüber hinaus haben Schmetterlinge offenbar ähnliche Vorlieben bei der Pflanzenauswahl wie ich. Sie stehen … äh pardon fliegen nämlich besonders auf bunte Farben wie Blau, Gelb, Orange, Rot und Violett. Außerdem werden sie von duftenden Blüten und Kräutern magisch angezogen. Ein kunterbunter Bauerngarten ist also genau das, was Schmetterlinge lieben.

Auswahl beliebter Schmetterlingstrachtpflanzen für den Hausgarten:
Bartblume, Blaukissen, Blaustern, Blutweiderich, Dill, Dost, Duftveilchen, Edel- und Kugeldistel, Edelgarbe, Fetthenne, Flieder, Geißblatt, Herbstaster, Hyazinthe, Klee, Lavendel, Lauch, Liebstöckl, Mädchenauge, Margerite, Nachtkerze, Natternkopf, Phlox, Prachtscharte, Salbei, Schlüsselblume, Seifenkraut, Skabiose, Sommerflieder (Buddleja davidii), Sonnenhut (Echinacea), Steinkraut, Storchschnabel, Thymian, Verbene, Ziertabak, Zinnie.

Doch da auch Schmetterlinge ja nicht einfach so vom Himmel fallen, brauchen sie für ihren Nachwuchs natürlich auch Futterpflanzen in der Nähe. Aber wer weiß schon auf Anhieb, was welche Schmetterlingsraupe frisst? Kein Grund zum Verzagen, denn ich hab keine Kosten und Mühen gescheut, es für Euch herauszufinden ;o)?

Raupenfutterpflanzen einiger bekannter heimischer Schmetterlingsarten:
Admiral: Große Brennnessel
Aurorafalter: Kreuzblütler, Knoblauchsrauke, Wiesenschaumkraut
Bläulinge: Heidekrautgewächse, Hülsenfrüchtler, Lippenblütler, Storchschnabelgewächse, Zistrosengewächse
Blutströpfchen (Widderchen): Doldengewächse, Rosengewächse, Schmetterlingsblütler
C-Falter: Große Brennnessel, Hasel, Hopfen, Rote Johannisbeere, Salweide, Stachelbeere, Ulme
Distelfalter: Große Brennnessel, Hülsenfrüchtler, Korbblütler, Kreuzblütengewächse, Kratz- und Ringdisteln, Kürbisgewächse, Malvengewächse, Raublattgewächse, Weinrebengewächse
Gammaeule: Brennnessel, Löwenzahn, Salat u.v.a.
Großer Fuchs: Apfelbaum, Birnbaum, Espe, Salweide
Großer Schillerfalter: Grauweide, Salweide, Silberweide
Großes und kleines Ochsenauge: Rispengräser, Schwingel, Berg-Trespe
Kaisermantel: Echtes Mädesüß, Veilchen
Kleiner Eisvogel: Gewöhnliche Schneebeere, Rote Heckenkirsche, Wald-Geißblatt
Kleiner Fuchs: Große Brennnessel
Kleiner Weinschwärmer: Labkräuter (Echtes Labkraut, Weißes Labkraut), Weidenröschen
Kleines Nachtpfauenauge:  Heidekrautgewächse (Besenheide, Heidelbeere), Rosengewächse (Brombeere, Himbeere, Schlehe), Salweide, Wiesensalbei
Kleines Wiesenvögelchen: Süßgräser (Echter Schaf-Schwingel, Wiesenrispengras)
Kohlweißling: Fuchsschwanzgewächse, Kaperngewächse, Kapuzinerkresse, Kreuzblütler, Resedagewächse
Landkärtchen: Brennnessel, Gewöhnlicher Klettenkerbel
Ligusterschwärmer: Esche, Flieder, Liguster u.v.a.
Mittlerer Weinschwärmer: Blutweiderich, Fuchsien, Schmalblättriges Weidenröschen, Springkräuter
Russischer Bär: Brombeere, Hasel, Himbeere, Fuchs-Greiskraut, Große Brennnessel, Kleiner Wiesenknopf, Natternkopf, Taubnessel, Wiesensalbei
Schachbrett: Rispengräser, Schwingel, Berg-Trespe
Schönbär: Brombeere, Fuchs-Greiskraut, Große Brennnessel, Echtes Mädesüß, Hasel, Himbeere, Kohldistel, Rote Heckenkirsche, Salweide, Wegerich u.v.a.
Schwalbenschwanz: Doldengewächse (z.B. Wilde Möhre, Dill, Pastinake), Weinraute, Diptam
Tagpfauenauge: Große Brennnessel
Taubenschwänzchen: Rötegewächse (z.B. Echtes Labkraut, Kletten-Labkraut, Wald-Labkraut, Wiesen-Labkraut, Waldmeister)
Trauermantel: Birke, Salweide, Ulme
Zitronenfalter: Faulbaum, Kreuzdorn

Wer Schmetterlinge dauerhaft im eigenen Hausgarten ansiedeln will, sollte es außerdem mit der Ordnung nicht ganz so preußisch genau nehmen. Vor allem von allzu gründlichem Auf- und Abräumen im Herbst ist in einem Schmetterlingsgarten abzuraten, da viele einheimische Schmetterlingsarten auch hierzulande überwintern und dazu ungestörte Unterschlupfmöglichkeiten brauchen.

Quellen und weiterführende Links zum Thema Schmetterlingsgarten:

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Iris | 30.08.2010 | 21:04 Uhr | Gewusst wie, Tiere im Garten | 4 Kommentare

Einjährige in den Staudenbeeten

So, jetzt ist’s geschafft: Gestern hab ich die letzten vorgezogenen einjährigen Sommerblumen in den Garten ausgepflanzt. Zwar waren es heuer erheblich weniger Pflanzen als im letzten Jahr (weil meine Stauden zwischenzeitlich größer geworden sind und mehr Platz einnehmen), aber ca. 100 waren’s doch, die aufgrund des kalten Frühlings ungewöhnlich lange im Anzuchtgewächshaus ausharren mussten. Namentlich: Tagetes in diversen Farben und Wuchshöhen, weiße Schmuckkörbchen, Feuersalbei und Löwenmäulchen. Zusätzlich hatte ich vor ein paar Wochen an einigen Stellen Korn- und Ringelblumen direkt ausgesät und nach und nach pikiert.

Tagetes, Schmuckkörbchen und Feuersalbei sind verhältnismäßig leicht in großen Stückzahlen aus Samen vorzuziehen. Die Löwenmäulchen dagegen stellen sich zickiger an. Die Sämlinge wachsen sehr langsam und sind extrem empfindlich, sodass ich bislang jedes Jahr große Ausfälle bei ihrer Anzucht hinnehmen musste. In dieser Phase nehme ich mir regelmäßig vor, sie künftig von meiner Liste der vorzuziehenden Einjährigen zu streichen. Doch bislang konnte ich im Frühling dann doch nie die Finger von den Samentütchen lassen. Ich finde blühende Löwenmäulchen einfach zu schön und liebe es, im Sommer die Hummeln beim ‘Besteigen’ derselben zu beobachten. Das sieht einfach unbeschreiblich drollig aus.
Kürzlich bin ich allerdings auf eine Lösung für mein Löwenmäulchen-Anzuchtproblem gestoßen: An einer Stelle im Garten, wo letzten Sommer Löwenmäulchen standen, hatten sie sich versamt. Und weil dort im Frühling Tulpen wuchsen, hatte ich da in den ersten Wochen nicht so gründlich geharkt. Diese Sämlinge sehen allesamt kräftig und gesund aus, und es sind so viele, dass ich sogar ein paar von ihnen an eine andere Stelle umsetzen kann. Mein Fazit: Künftig werde ich mir merken, wo ich Löwenmäulchen gepflanzt habe und um diese Stellen im Vorfrühling erst mal großzügig drumherum harken. So ziehen sie sich hoffentlich demnächst selber vor und ich erspare mir den Anzuchtfrust.

Muss das sein? Reichen Stauden denn nicht aus, um den Garten bunt zu machen? Nein, nicht wenn man sich so üppig blühende Blumenbeete wünscht wie ich. Stauden können aufgrund ihrer mehrjährigen Lebensspanne nicht den ganzen Sommer durchblühen. Sie teilen sich ihre Energie für verschiedene Zwecke ein – einen Teil zur generativen Vermehrung, einen anderen zur Ausbreitung durch Wachstum und einen weiteren zur Überwinterung. Einjährige Sommerblumen hingegen investieren ihre ganze Kraft in die Produktion möglichst vieler Nachkommen. Daher blühen sie, was das Zeug hält – umso mehr, je öfter man sie durch Ausputzen verwelkter Blütenstände an der Samenbildung hindert. Und diese einjährigen Dauerblüher eignen sich perfekt, um sowohl die Lücken zu füllen, welche die einziehenden Frühblüher im Sommer in den Staudenbeeten hinterlassen, als auch die Blühpausen der Stauden zu überbrücken.

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Iris | 28.05.2010 | 10:08 Uhr | Gewusst wie | 5 Kommentare

2010 – Internationales Jahr der Biodiversität

Häh Biodiwas? Biodiversität. Noch nie was von gehört? So ging’s mir bis vor kurzem auch. Dann stieß ich beim Surfen zufällig auf die Schweizer Website zum internationalen Jahr der Biodiversität, und dort hat Nik Hartmann diesen wissenschaftlichen Terminus in einen Begriff übersetzt, den auch Normalsterbliche wie ich verstehen:

Biodiversität ist einfach ein scheusslich kompliziertes Wort für etwas ganz Schönes: Die Vielfalt des Lebens.

Bei meiner anschließenden weiteren Recherche zum Thema stellte ich fest, dass Biodiversität oft auch schlicht mit Artenvielfalt übersetzt wird. Doch das trifft es m.E. nicht ganz, denn Biodiversität meint mehr als das: Nicht nur die Menge an Arten und Variationsbreite innerhalb dieser Arten, sondern auch die Vielfalt von Lebensräumen.

Folgende Definition, die ich auf dem österreichischen Info-Portal fand …

Diversität ist die Eigenschaft voneinander verschieden zu sein und stellt eine wesentliches Merkmal eines jeden biologischen Systems dar. Biodiversität, auch biologische Vielfalt genannt, bezeichnet ganz allgemein die Vielfalt des Lebens und ist eine Funktion von Raum und Zeit.

… bringe ich für mich mit dieser Parole auf den Punkt: Ewig lebe der Unterschied!

Biodiversität ist also eine möglichst große Bandbreite an unterschiedlichen Lebensformen und -räumen, für die unser Planet eigentlich ideale Voraussetzungen bietet. Doch wir haben etliche davon so beeinflusst, dass die Biodiversität weltweit drastisch abnimmt (z.B. durch Überfischung und Verschmutzung der Meere, Treibhauseffekt, Monokulturen, Waldrodungen, Massentierhaltung, Urbanisierung und und und). Vermutlich würde uns das immer noch nicht sonderlich belasten, wenn nicht immer mehr von uns langsam anfingen zu begreifen, dass Biodiversität existenziell für unsere eigene Art ist (Ja ja ich weiß, die menschliche Vernunft wird nach wie vor maßlos überschätzt ;o).

So, da ja nun geklärt ist, womit wir es zu tun haben, bleibt an dieser Stelle noch die Frage: Welchen Beitrag kann eigentlich eine Gärtnerin wie ich zur Förderung der Biodiversität leisten?

Nun, eine Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach und mit keinerlei Mühen verbunden: Leben und leben lassen! Mit anderen Worten: Nicht immer gleich alles ausrupfen oder totspritzen, was nicht um Erlaubnis gefragt hat, bevor es den eigenen Garten mit seiner Anwesenheit beehrt. Erkennen, dass auch der kleinste Garten ein Ökosystem ist, in dem eins vom anderen abhängig ist und den Handlungsspielraum, der sich daraus ergibt, akzeptieren lernen. Soll heißen: Wer seine Blattläuse vergiftet, entzieht gleichzeitig auch den glückbringenden Marienkäfern die Lebensgrundlage. Und wer statt nektarspendender Blumen nur klinisch reinen Zierrasen und Thujenhecken pflanzt, wird auch kaum je einen Schmetterling im Garten zu sehen kriegen; wer keine Raupen in seinem Wirkungskreis dulden kann allerdings ebenso wenig. Das heißt ja nun nicht gleich, dass man jeden ungeliebten Garteneindringling widerstandslos gewähren lassen muss. Häufig reicht es aber schon aus, sich Verbündete zu suchen, um ihn wieder loszuwerden. Ergo macht der Wahlspruch: “Der Feind meines Feindes ist mein Freund” im Garten durchaus Sinn ;o).

Weitere Gelegenheiten, mehr Arten im eigenen Garten anzusiedeln, bietet die Schaffung möglichst vieler unterschiedlicher Lebensräume. Das muss aber gar nicht unbedingt immer ein aufwendig angelegter, pflegeintensiver Gartenteich sein; auch ein Haufen Natursteine oder Totholz, eine Wildblumenwiese, ein Staudenbeet oder eine Hecke aus einheimischen Sträuchern wird von zahlreichen Gartenlebewesen gerne als Behausung und Nahrungsquelle angenommen. Wer darüber hinaus noch zusätzliche Nist- und Futterplätze, wie z.B. Insektenhotels oder Vogelhäuser in die Gartengestaltung einfließen lässt, kann sich sicher bald über einen vielfältig belebten, natürlich schönen Garten freuen.

Mein vorerst letzter Vorschlag zur Förderung der Biodiversität im eigenen Garten bildet im wahrsten Sinne die Basis allen Gartenlebens, denn er betrifft den Boden. Habt Ihr gewusst, dass schon eine Handvoll guter Humusboden mehr Bodenorganismen enthält als Menschen auf unserem Planeten leben? Und diese Wahnsinnsmenge an Leben zu erhalten oder sogar noch zu vermehren ist ganz leicht: Man muss seinen Gartenboden nur regelmäßig mit Kompost füttern.

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Iris | 01.02.2010 | 10:16 Uhr | Gewusst wie | 4 Kommentare
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