Gewusst wie
Kompostieren im Reihenhausgarten

Einerseits habe ich viele stark zehrende Prachtstauden in unseren Garten gepflanzt, die zum guten Gedeihen regelmäßig gedüngt werden müssen, andererseits sind qualitativ hochwertige handelsübliche Volldünger ziemlich teuer. Zwar fallen besonders beim Abräumen der Blumenbeete im Herbst große Mengen kompostierbares Schnittgut an; doch da unser Garten sehr klein ist, ist für einen offenen Komposthaufen kein geeigneter Platz vorhanden. Abgesehen davon, dass ich selbst deshalb während der Sommermonate keinen in unserem Garten haben wollte, würde er wohl auch von den Nachbarn kaum geduldet.
Um dennoch jedes Frühjahr genügend kostengünstigen Dünger für unsere paar Quadratmeter Ziergarten zu haben, schafften wir uns vor zwei Jahren einen kleinen Thermokomposter an, den wir lediglich von Oktober bis Ende März in einem Eckbeet vor der Terrasse aufstellen (während der Sommermonate steht dort mein Oleanderkübel, auf einer großen Natursteinplatte, umpflanzt mit Einjährigen). Diesen befülle ich dann zunächst mit dem im Herbst anfallenden Stauden- und Strauchschnitt. Nachdem sich dessen anfängliches Volumen nach einigen Wochen der Rotte wieder etwas verringert hat, ergänze ich das Kompostiergut noch bis Weihnachten mit Küchenabfällen wie rohen Obst- und Gemüseresten, Zwiebel- und Kartoffelschalen sowie Kaffeesatz mitsamt Filterpapier. Um zu verhindern, dass das Rottegut zu nass wird (was zu Fäulnis führen würde), mische ich außerdem Schichtweise Holzwolle und/oder Stroh darunter. Und damit mein Kompost auch wirklich bis zum Frühjahr gebrauchsfertig ist, streue ich außerdem etwa pro 20 cm Material eine Handvoll Kompostbeschleuniger auf.
Je nach Witterung setze ich das Ganze dann etwa in der zweiten Februarhälfte einmal um (was die Rotte noch einmal kräftig beschleunigt) und habe dann pünktlich zu Beginn der Wachstumsphase allerbesten Mulchkompost, der nicht nur meine Pflanzen den Sommer über mit den notwendigen Nährstoffen versorgt, sondern darüber hinaus auch die Struktur des Gartenbodens verbessert, seine Wasserspeicherfähigkeit erhöht sowie die Keimung von Wildkräutern hemmt.
Schlagworte: Düngung, Gartenboden, Gärtnern, kleiner Garten, Kompost, Pflanzenpflege, Reihenhausgarten, ThermokomposterIris | 13.10.2009 | 09:14 Uhr | Gewusst wie | 10 Kommentare
In Sichtungen geprüfte Zierpflanzen
Einige Gartenbau-Expertengruppen führen in Deutschland sogenannte Sichtungen durch, um anhand mehrjähriger Beobachtungen Zierpflanzensorten an verschiedenen Standorten auf ihre Verwendungsmöglichkeiten, ihre Gesundheit und ihren Zierwert zu prüfen. Die Resultate dieser Sichtungen können evtl. auch Hobbygärtnern helfen, unter den unzähligen Zierpflanzensorten gezielt solche auszuwählen, die von den Sichtern als besonders vital, robust und attraktiv bewertet wurden. Darum liste ich im Folgenden mal die Ergebnisseiten auf, die ich bis jetzt im Internet gefunden habe:
- ADR – Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung
- Bundesgehölzsichtung
- Arbeitskreis Staudensichtung
- Prof. Dr. Volkmar Seyfang: Frühlingsgeophyten (Frühjahrsblüher) zum Verwildern (PDF-Datei leider nicht mehr online)
Iris | 16.09.2009 | 16:45 Uhr | Gewusst wie, Surftipps | Kommentare sind deaktiviert
Blütensträucher für mehr Leben im Garten
Bereits vor einigen Monaten veröffentlichte ich hier im Lebensglück Garten Blog eine Liste einheimischer Stauden, die von Dipl.-Biol. Markus Holt empfohlen wurde. Jener schrieb mir gestern eine Email, in der er mir seine Freude darüber mitteilte, dass ich seinem Wunsch nach Kopie und Weitergabe seiner Staudenliste nachgekommen bin.
Außerdem sandte er mir eine Liste einheimischer Sträucher, die er als ideale Nahrungsgrundlage für einheimische Tiere empfiehlt, und erlaubte mir, auch diese hier zu veröffentlichen. Dieses freundliche Angebot nehme ich natürlich ebenfalls gerne an. Hier ist sie also: Liste einheimischer Sträucher (PDF-Datei).
Allerdings muss ich gestehen, dass ich selbst keinen der empfohlenen Sträucher im Garten habe. Jedoch wachsen etliche von ihnen wild hier in unserer Umgebung.
Zwar gibt es in unserem Garten eine Blütenhecke und auch ein paar blühende Solitärgehölze (neben den immergrünen Azaleen und Rhododendren), doch dabei handelt es sich um andere Ziersträucher als die von Dipl.-Biol. Markus Holt bevorzugten, namentlich: Blutjohannisbeere, Flieder, Forsythien (die zu meinen Lieblingsgehölzen zählen, obwohl sie keinerlei Nährwert für heimische Tiere haben), Ginster, Hortensien, Mahonien, Pfeifenstrauch, Goldliguster, Schmetterlingsflieder, Stern-Magnolie, Weigelien, Zaubernuss. Die meisten von ihnen dienen, zumindest während ihrer Blütezeit, dennoch zahlreichen Insekten als Nahrungsquelle.
Iris | 23.08.2009 | 14:32 Uhr | Gewusst wie | 4 Kommentare
Anleitungen zum Pflanzenschnitt
Vor einigen Tagen hat mich eine Bloggerin, die erst seit kurzem einen eigenen Garten hat, angemailt und gefragt, ob ich ihr nicht eine Web-Adresse nennen könne, auf der beschrieben wird, wie man Gartenpflanzen richtig schneidet. Eine URL für alle Fälle Schnitte? Nein, die konnte ich ihr spontan nicht nennen – zumal sie nicht geschrieben hat, um was für Pflanzen genau es geht. Doch ich hab’ dann ad hoc eine kleine Linkliste zu diesem Thema zusammengestellt. Und weil das ja vielleicht auch andere interessiert, veröffentliche ich die jetzt auch hier im Blog:
- Gehölzschnitt (+ Hecken, Rosen, Kletterpflanzen, Stauden) auf gartendatenbank.de
- Schnitt- und Pflegeanleitungen für viele Gartenpflanzen auf gartenbaumschulen.com
- Bäume beschneiden – Warum? Wann? Wie? auf hauptsachegarten.de
- Der richtige Schnitt (bei Bäumen und Sträuchern) auf hausbautipps24.de
- Ziergehölze richtig schneiden auf gartenfreunde.de
- Ziergehölze richtig schneiden im ARD Ratgeber Garten
- Rosen richtig schneiden – Bildanleitung im Gärtner-Blog
- Rosen schneiden im Frühjahr, Herbst und Sommer auf gartenpflege-tipps.de
- Stauden richtig pflanzen und pflegen – ein Service der Staudengärtnerei Gaissmayer
- Staudenschnitt im Spätsommer auf hausbautipps24.de
- Mein schöner Garten rät: Nicht alle Stauden zurückschneiden
Iris | 05.08.2009 | 22:35 Uhr | Gewusst wie, Surftipps | 3 Kommentare
Kein Rasen in kleinen Gärten!
Zunächst mal möchte ich hier ein paar Gründe nennen, die mich dazu bewogen haben, den Rasen aus unserem kleinen Reihenhausgarten zu entfernen:
- Damit ein Zierrasen wirklich eine Zierde ist, muss er während der Vegetationperiode von März bis November mindestens einmal wöchentlich gemäht werden (und die Entsorgung des anfallenden Rasenschnitts kann gerade auf kleinen Grundstücken schnell zum Problem werden).
- Zeitgleich müssen die Kanten am Zaun und an den Beet- bzw. Terrassenrändern geschnitten werden.
- Ein- bis zweimal jährlich muss der Rasen außerdem vertikutiert werden.
- Dreimal im Jahr muss er gedüngt werden und zwar – sofern man kein Düngemittelexperte ist, der den (hohen) Nährstoffbedarf von Rasen genau kennt und Dünger selbst herstellen kann – mit im Handel erhältlichen Rasendüngern.
- In sommerlichen Trockenperioden muss man ihn regelmäßig und reichlich beregnen, was nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld kostet.
- Ständig muss man mühsam das Unkraut zwischen des Rasengräsern jäten, das nicht nur durch Flugpollen, sondern auch durch kriechende Wurzelausläufer aus den Nachbargärten unvermeidlich einwandert.
- In den Herbst- und Wintermonaten muss die Rasenfläche immer wieder von Laub befreit werden, damit die Gräser darunter nicht vergammeln.
Zusammengefasst lässt sich also feststellen: Rasen ist nicht pflegeleicht! Im Gegenteil, er gehört nach meinen Erfahrungen zu den pflegeintensivsten Gartenanlagen überhaupt. Und dieser ganze Aufwand für ein paar kümmerliche Quadratmeter eintöniges Rasengrün (mehr ist in einem kleinen Garten ja nicht drin), das keinerlei Nahrung für Hummeln, Bienen oder Schmetterlinge bietet und auf dem man nicht mal Ball spielen kann, weil es nur eine Frage der Zeit ist, bis dieser in den Blumenrabatten der Nachbarn landet? Meine Antwort auf diese mir selbst gestellte Frage lautete: Nein, soviel Zeit, Geld und Mühe ist mir eine unnütze Rasenfläche nicht wert. Und es ist mir mittlerweile unverständlich, was die Besitzer kleiner Gärten in Deutschland mehrheitlich dazu motiviert, sich weiterhin einen Rasen zu halten.
Alternativen zur 0815-Rasenanlage?
- So sieht unser Garten ohne Rasen aus.
- Hier sammle ich Beispiele anderer rasenloser Gärten, die herausragend gestaltet sind.
- Und beim Kleingärtner findet man auch ein paar Vorschläge.
Iris | 20.07.2009 | 19:04 Uhr | Gewusst wie | 10 Kommentare