22. Mai Mein Maigarten

Gestern war es seit Wochen zum ersten Mal nicht nur sonnig und trocken von oben, sondern auch mild genug, um sich längere Zeit draußen aufzuhalten, ohne sich mit Gartenarbeit warm halten zu müssen. Diese Gelegenheit nutzte ich, um mit der Digicam ein paar Eindrücke aus unserem Maigarten einzufangen.

Der Mai ist der grüne Monat. Nichtsdestotrotz blühen bei uns jetzt auch schon etliche Stauden und Sträucher. Besonders ins Auge fallen derzeit u.a. die Polsterstauden, die ich als Randbepflanzung meiner Blumenbeete einsetze. Dank der kühlen Witterung der letzten Wochen dauert die Blüte der frühblühenden Arten (Gänsekresse, Blaukissen, Moossteinbrech und Polsterphlox) dieses Jahr besonders lange an.

Letztes Frühjahr hab ich auf einem schmalen Randstreifen zwischen unserem Gartenzaun und der Bordsteinkante des Zufahrtsweges einen kleinen Wall aus Bruchsteinen gebaut und diesen ebenfalls mit verschiedenen Polsterstauden bepflanzt. Zwischenzeitlich haben sie sich dort prächtig entwickelt und bilden nun einen schönen pflegeleichten Gartenabschluss.

Besonders schön finde ich an der Stelle derzeit das sonnengelbe Steinkraut, das so malerisch in den Weg fällt. Allerdings hab ich diese Polsterstaude nur dort gepflanzt. Für die Randbepflanzung meiner Gartenbeete schien es mir ungeeignet, weil seine Blütentriebe zu weit in die schmalen Rindenmulchwege hineinragen würden.

Iris | 22.05.2010 | 14:09 Uhr | Garteneindrücke | 7 Kommentare
04. Mai Ein rauschendes Fest mit kugelrunden Schönheiten
In den letzten Tagen bin ich nicht sehr oft zum Fotografieren gekommen, obwohl es an schönen Motiven derzeit nun wirklich nicht mangelt. Denn das alljährliche Freudenfest des Lebens befindet sich auf seinem Höhepunkt. Die Natur hat wieder ihr spektakuläres Frühlingsfeuerwerk gezündet. Täglich gibt es im Garten frisch gesprießtes Grün und neue Blüten zu entdecken. Und in ihrem Gefolge treffen auch immer mehr krabbelnde, schwebende und summende Gartengäste ein.
Indessen ist der Festschmaus für alle angerichtet: Direkt nach dem Ausbringen des letzten Mulchkomposts, kam wie bestellt der Regen und tränkte den Boden ausgiebig. Das wurde auch Zeit, denn sein Durst war groß. Nun kann man ihn genüsslich schmatzen hören. Mahlzeit, wohl bekomm’s!
Ein paar Bilder hab ich aber zwischenzeitlich doch gemacht. Und zwei davon möchte ich hier heute zeigen. Auf dem ersten ist meine momentane Lieblingsblume im Vorgarten zu sehen – eine karminrote Kugelprimel. Diese Farbe ist doch der Wahnsinn, oder?

Zum zweiten Bild inspirierte mich ein Blog-Stammgast, der hier kürzlich kommentierte, erst der Insektenbesuch würde eine Blüte so richtig zum Leben erwecken. Voilà, lieber Rolf, belebte Vergissmeinnicht für Dich ;o).

Iris | 04.05.2010 | 09:22 Uhr | Pflanzenportraits, Tiere im Garten | 8 Kommentare
26. Apr Blau und Gelb sind DIE Farben des April

Zumindest dominieren diese beiden Blütenfarben die längste Zeit des Monats in meinem Garten. Erst seit ein paar Tagen blühen immer mehr rote Tulpen auf und übernehmen als Signalfarbe Nummer 1 nun den Rang der allmählich welkenden Narzissen.

Und Jahr für Jahr werden es mehr Tulpen und Narzissen, da ich von Anfang an nur Frühlingszwiebelblüher gepflanzt habe, die gut verwildern und sich außerdem in einer mehrjährigen Sichtung von Frühlingsgeophyten (Prof. Dr. Volkmar Seyfang, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, 1996 bis 2001) als besonders blühfreudig erwiesen haben. Diese zeit- und geldsparende Sortenauswahl war mir wichtig, weil ich zwar auch schon im Frühling auf üppig blühende Blumenbeete schauen, dafür aber nicht jeden Herbst neue Blumenzwiebeln einsetzen will.
Schlagworte: Blau, Blüten, Frühjahrsblüher, Frühling, Frühlingsgeophyten, Gelb, MakroIris | 26.04.2010 | 11:21 Uhr | Garteneindrücke, Pflanzenportraits | 10 Kommentare
19. Apr In einem Meer von Frühlingsblumen schwelgen

Das war ein von mir langgehegter Wunsch für ein traumhaftes Frühlingswochenende. Um mir diesen Wunsch zu erfüllen, brach mein Lieblingsgärtnergehilfe mit mir am frühen Samstagmorgen zu einem Ort auf, zu dem vermutlich jeder Blumenfreund einmal in seinem Leben pilgern möchte – dem Keukenhof in Holland.

Nach viereinhalbstündiger Autofahrt erreichten wir am späten Vormittag Lisse, eine kleine niederländische Gemeinde zwischen Leiden und Haarlem. Welche weltberühmte Attraktion Reisende dort erwartet, konnte man schon anhand der buntgestreiften Zwiebelblumenfelder drum herum und dem betörenden Duft erahnen, der einen umgibt. Nie zuvor hab ich sooooo viele Frühlingsblumen auf einmal gesehen.

Gut, der Ticketpreis für eine Tageskarte und die Parkgebühren, die man den Gästen des Blumenparadieses Keukenhof abverlangt, sind ganz schön happig: 14,- Euro pro Erwachsener und 6,- Euro pro Auto. Doch darauf waren wir vorbereitet, und das war uns der Besuch dieser weltweit einzigartigen Frühblüherausstellung auch wert. Unsere Verpflegung hatten wir uns aber immerhin von Zuhause mitgebracht. Denn man kennt das ja: Wo sich viele Menschen tummeln und die Nachfrage entsprechend hoch ist, sind es auch die Preise.

Die Vielfalt und Üppigkeit an Formen, Farben und Frühlingsdüften, in die wir dann auf dem Keukenhof eintauchen durften, übertraf meine Erwartungen allerdings bei Weitem. Präsentiert werden unschätzbar viele Frühlingszwiebelblüher in immer wieder anderen Kombinationen und Anmutungen: Von wild natürlich bis streng geometrisch, romantisch verspielt, klassisch barock oder gradlinig modern, für jede erdenkliche Gartensituation und jeden Stil wird Blumenfreunden eine Fülle von Ideen geboten. Uns haben besonders die unterpflanzten blühenden Kirschbäume am Flüsschen gefallen, das sich durch den Park schlängelt.

Für mich in diesem Ausmaß unerwartet war leider auch die Dreistigkeit und die ‘Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität’ etlicher Besucher, die anscheinend der Ansicht waren, die unübersehbar ausgeschilderten Regeln der Ausrichter würden für sie nicht gelten. So empfand ich – trotz all der botanischen Schönheit, die uns umgab – die durch den Park strömenden Menschenmassen nach einer Weile doch als eine sich stetig steigernde Zumutung. Mein Lieblingsgärtnergehilfe kann das ganz gut ausblenden, sagt er. Mir gelingt das leider nicht so gut. Ich fühl mich inmitten solcher Menschenmassen ziemlich schnell unwohl und eingeengt. Und obwohl wir noch längst nicht alles gesehen hatten, ließ sich nach etwa vierstündiger Wanderung durch die Anlagen mein kontinuierlich stärker werdendes Fluchtbedürfnis nicht mehr unterdrücken, sodass wir dann den Park verließen.

Damit sich die relativ lange Anreise für uns dennoch richtig lohnen würde, hatten wir uns schon vorher vorgenommen, nach der Keukenhof-Besichtigung noch ans Meer zu fahren. Das bietet sich an, da Lisse nur wenige Autominuten von der Nordseeküste entfernt liegt. Bei einem ausgiebigen Picknick und einem barfüßigen Spaziergang am Sandstrand konnten wir dann wieder entspannt aufatmen und uns vom Stress der Massen erholen. Zupass kam uns dabei natürlich auch das sonnige, mildwarme Wetter an diesem Bilderbuchfrühlingstag, und Dank Eyjafjallajökull waren am strahlendblauen, wolkenlosen Himmel nicht mal Kondensstreifen zu sehen. Fotografiert hab ich am Meer allerdings nicht mehr. Erstens war meine Speicherkarte bereits voll, und zweitens können Fotos imo nicht mal annähernd die besondere Atmosphäre dieser endlos scheinenden Weite wiedergeben. Letztendlich sieht man auf Meerfotos ja doch immer nur drei Streifen – Sand, Meer, Himmel. Doch wir konnten von diesem wunderbaren Nachmittag am Strand noch einige schöne Eindrücke mit auf die Heimreise nehmen, die in unserer Erinnerung noch lange lebendig bleiben und die ewige Sehnsucht nach dem Meer weiter nähren.

Meine Fotoausbeute vom Keukenhof ist allerdings so reichlich ausgefallen, dass mir die Auswahl repräsentativer Bilder für diesen Blog-Bericht schwer gefallen ist. Ich hoffe, ich habe ein paar ausgesucht, die Euch zumindest einen kleinen Eindruck von der einzigartigen Blumenpracht vermitteln können, die dort alljährlich so viele Menschen aus aller Welt anlockt.

Der Besuch auf dem Keukenhof lohnt sich übrigens auch in den nächsten Wochen noch. Denn wir haben da noch reichlich Gehölze, Tulpen und andere Frühlingsblüher gesehen, deren Blütezeit erst noch bevorsteht.
Schlagworte: Frühjahrsblüher, Frühling, Frühlingsgeophyten, Hyazinthe, Keukenhof, Narzisse, TulpeIris | 19.04.2010 | 14:11 Uhr | Öffentliche Gärten | 5 Kommentare
15. Apr Nette Werbung
Ja, sowas gibt’s auch. Letzten Samstag überraschte mich der Postbote mit einem dicken Werbepaket von Hausgarten.net. Es enthielt eine Auswahl verschiedener Biodünger für Nutz- und Zierpflanzen, Gelbtafeln und Bindeband. Dafür möchte ich mich hiermit (auch im Namen eines Bekannten, an den ich die Düngemittel für den Nutzgarten zwischenzeitlich weiterverschenkte) herzlich bedanken.
In einem beiliegenden Anschreiben wurde ich von den freundlichen Spendern außerdem gebeten, mir deren neues Biogarten-Forum anzusehen und im Blog ein Urteil darüber abzugeben. Zu diesem Zweck hatte man dort bereits einen Test-Account für mich eingerichtet. Nun, obwohl ich mich schon seit Längerem nicht mehr sonderlich für Webforen interessiere, habe ich dieser Bitte aus Höflichkeit entsprochen und mich dort mal kurz umgeschaut. Mein Eindruck: Gartenneulinge, die noch nicht über allzu viel Erfahrung mit ökologischem Gärtnern verfügen, finden dort sicherlich etliche nützliche Tipps und kompetente Ansprechpartner, die ihnen bei konkreten Fragen zu dieser Thematik weiterhelfen. Doch ich persönlich habe dort bislang leider nicht viel Neues gefunden, was mich zu einer dauerhaften Mitgliedschaft in diesem Forum reizen würde. Nichtsdestotrotz ist es sicher zu niemandes Schaden, selbst mal dort reinzuschauen und zu prüfen, ob er dort noch was dazulernen kann oder Lust und Zeit hat, eigenes Wissen und Erfahrungen an andere Biogärtner weiterzugeben.
Meinungen anderer Beschenkter:
- Elke vom Mainzauber-Gartenblog
- Maja vom Pflanzenblog
- Brian von ‘Das Pflanzenblog’
- Heiner von ‘Wir sind im Garten’
- Ralf von ‘Neulich im Garten’
Iris | 15.04.2010 | 15:54 Uhr | Verschiedenes | 3 Kommentare