Artikel mit dem Schlagwort ‘Frühlingsgeophyten’
Blau und Gelb sind DIE Farben des April

Zumindest dominieren diese beiden Blütenfarben die längste Zeit des Monats in meinem Garten. Erst seit ein paar Tagen blühen immer mehr rote Tulpen auf und übernehmen als Signalfarbe Nummer 1 nun den Rang der allmählich welkenden Narzissen.

Und Jahr für Jahr werden es mehr Tulpen und Narzissen, da ich von Anfang an nur Frühlingszwiebelblüher gepflanzt habe, die gut verwildern und sich außerdem in einer mehrjährigen Sichtung von Frühlingsgeophyten (Prof. Dr. Volkmar Seyfang, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, 1996 bis 2001) als besonders blühfreudig erwiesen haben. Diese zeit- und geldsparende Sortenauswahl war mir wichtig, weil ich zwar auch schon im Frühling auf üppig blühende Blumenbeete schauen, dafür aber nicht jeden Herbst neue Blumenzwiebeln einsetzen will.
Schlagworte: Blau, Blüten, Frühjahrsblüher, Frühling, Frühlingsgeophyten, Gelb, MakroIris | 26.04.2010 | 11:21 Uhr | Garteneindrücke, Pflanzenportraits | 10 Kommentare
In einem Meer von Frühlingsblumen schwelgen

Das war ein von mir langgehegter Wunsch für ein traumhaftes Frühlingswochenende. Um mir diesen Wunsch zu erfüllen, brach mein Lieblingsgärtnergehilfe mit mir am frühen Samstagmorgen zu einem Ort auf, zu dem vermutlich jeder Blumenfreund einmal in seinem Leben pilgern möchte – dem Keukenhof in Holland.

Nach viereinhalbstündiger Autofahrt erreichten wir am späten Vormittag Lisse, eine kleine niederländische Gemeinde zwischen Leiden und Haarlem. Welche weltberühmte Attraktion Reisende dort erwartet, konnte man schon anhand der buntgestreiften Zwiebelblumenfelder drum herum und dem betörenden Duft erahnen, der einen umgibt. Nie zuvor hab ich sooooo viele Frühlingsblumen auf einmal gesehen.

Gut, der Ticketpreis für eine Tageskarte und die Parkgebühren, die man den Gästen des Blumenparadieses Keukenhof abverlangt, sind ganz schön happig: 14,- Euro pro Erwachsener und 6,- Euro pro Auto. Doch darauf waren wir vorbereitet, und das war uns der Besuch dieser weltweit einzigartigen Frühblüherausstellung auch wert. Unsere Verpflegung hatten wir uns aber immerhin von Zuhause mitgebracht. Denn man kennt das ja: Wo sich viele Menschen tummeln und die Nachfrage entsprechend hoch ist, sind es auch die Preise.

Die Vielfalt und Üppigkeit an Formen, Farben und Frühlingsdüften, in die wir dann auf dem Keukenhof eintauchen durften, übertraf meine Erwartungen allerdings bei Weitem. Präsentiert werden unschätzbar viele Frühlingszwiebelblüher in immer wieder anderen Kombinationen und Anmutungen: Von wild natürlich bis streng geometrisch, romantisch verspielt, klassisch barock oder gradlinig modern, für jede erdenkliche Gartensituation und jeden Stil wird Blumenfreunden eine Fülle von Ideen geboten. Uns haben besonders die unterpflanzten blühenden Kirschbäume am Flüsschen gefallen, das sich durch den Park schlängelt.

Für mich in diesem Ausmaß unerwartet war leider auch die Dreistigkeit und die ‘Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität’ etlicher Besucher, die anscheinend der Ansicht waren, die unübersehbar ausgeschilderten Regeln der Ausrichter würden für sie nicht gelten. So empfand ich – trotz all der botanischen Schönheit, die uns umgab – die durch den Park strömenden Menschenmassen nach einer Weile doch als eine sich stetig steigernde Zumutung. Mein Lieblingsgärtnergehilfe kann das ganz gut ausblenden, sagt er. Mir gelingt das leider nicht so gut. Ich fühl mich inmitten solcher Menschenmassen ziemlich schnell unwohl und eingeengt. Und obwohl wir noch längst nicht alles gesehen hatten, ließ sich nach etwa vierstündiger Wanderung durch die Anlagen mein kontinuierlich stärker werdendes Fluchtbedürfnis nicht mehr unterdrücken, sodass wir dann den Park verließen.

Damit sich die relativ lange Anreise für uns dennoch richtig lohnen würde, hatten wir uns schon vorher vorgenommen, nach der Keukenhof-Besichtigung noch ans Meer zu fahren. Das bietet sich an, da Lisse nur wenige Autominuten von der Nordseeküste entfernt liegt. Bei einem ausgiebigen Picknick und einem barfüßigen Spaziergang am Sandstrand konnten wir dann wieder entspannt aufatmen und uns vom Stress der Massen erholen. Zupass kam uns dabei natürlich auch das sonnige, mildwarme Wetter an diesem Bilderbuchfrühlingstag, und Dank Eyjafjallajökull waren am strahlendblauen, wolkenlosen Himmel nicht mal Kondensstreifen zu sehen. Fotografiert hab ich am Meer allerdings nicht mehr. Erstens war meine Speicherkarte bereits voll, und zweitens können Fotos imo nicht mal annähernd die besondere Atmosphäre dieser endlos scheinenden Weite wiedergeben. Letztendlich sieht man auf Meerfotos ja doch immer nur drei Streifen – Sand, Meer, Himmel. Doch wir konnten von diesem wunderbaren Nachmittag am Strand noch einige schöne Eindrücke mit auf die Heimreise nehmen, die in unserer Erinnerung noch lange lebendig bleiben und die ewige Sehnsucht nach dem Meer weiter nähren.

Meine Fotoausbeute vom Keukenhof ist allerdings so reichlich ausgefallen, dass mir die Auswahl repräsentativer Bilder für diesen Blog-Bericht schwer gefallen ist. Ich hoffe, ich habe ein paar ausgesucht, die Euch zumindest einen kleinen Eindruck von der einzigartigen Blumenpracht vermitteln können, die dort alljährlich so viele Menschen aus aller Welt anlockt.

Der Besuch auf dem Keukenhof lohnt sich übrigens auch in den nächsten Wochen noch. Denn wir haben da noch reichlich Gehölze, Tulpen und andere Frühlingsblüher gesehen, deren Blütezeit erst noch bevorsteht.
Schlagworte: Frühjahrsblüher, Frühling, Frühlingsgeophyten, Hyazinthe, Keukenhof, Narzisse, TulpeIris | 19.04.2010 | 14:11 Uhr | Öffentliche Gärten | 5 Kommentare
Es geht los!
Gestern war’s endlich soweit: Der letzte Schnee ist vollständig weggetaut, und der erste warme Vorfrühlingstag in diesem Jahr gab mir erstmals die Gelegenheit, im Garten gründlich aufzuräumen. Ich nutzte sie, um die Beete durchzuharken, damit der Boden Luft bekommt, alte Staudenreste zu entfernen und meine Rosen zu schneiden.

Nebenbei konnte ich mich am Anblick meiner neu gesetzten Winterlinge erfreuen, die in der Frühlingssonne voll erblühten. Ein unvergleichlich intensives Knallgelb, wie ich finde.

Und auch meine geliebten Krokusse entfalten sich nun an vielen Stellen im Garten in all ihrer Farbenpracht.
Heute versteckt sich die Sonne zwar hinter einer Wolkendecke, doch die Temperaturen sind wieder frühlingshaft mild. Also verbringe ich auch diesen Tag im Garten, solange es von oben einigermaßen trocken bleibt.
Schlagworte: Frühlingsgeophyten, Gärtnern, Krokus, Vorfrühling, WinterlingIris | 19.03.2010 | 11:48 Uhr | Pflanzenportraits | 5 Kommentare
Galanthus nivalis
So lautet der botanische Name unseres einheimischen Schneeglöckchens. Als ich meinen Lieblingsgärtnergehilfen zum ersten Mal darüber belehrte, meinte der:
“Das klingt eher wie ein Zauberspruch von Harry Potter.”
Ich finde, da hat er irgendwie recht; Galanthus nivalis klingt zauberhaft.

Das erste voll erblühte Schneeglöckchen an ungeschützter Stelle gilt, neben der Erlen-, Salweiden- und Haselblüte, als Zeigerpflanze für den phänologischen Vorfrühling.
Hans Christian Andersen widmete ihm ein Märchen, viele Dichter preisten es in lyrischen Versen, und Fuchsienrot verfasste kürzlich ein schönes und informatives Blogposting über das Schneeglöckchen.
Nicht nur in England, auch hierzulande gibt es inzwischen nicht wenige GärtnerInnen, die sich selbst als ‘galanthophil’ bezeichnen. In Nettetal am Niederrhein gibt’s sogar einen Schneeglöckchen-Papst. Er heißt Günter Waldorf und betreibt auch eine Website.
Von den rund 20 bekannten Schneeglöckchen-Arten finden sich in unserem Garten gerade mal zwei – nämlich das hier gezeigte einheimische Schneeglöckchen mit dem zauberhaften Namen Galanthus nivalis und Galanthus woronowii, von dem ich kurz nach der Übernahme unseres Garten einige Zwiebeln gesetzt hatte.
Schlagworte: Frühlingsgeophyten, Galanthus, Schneeglöckchen, VorfrühlingIris | 10.03.2010 | 10:04 Uhr | Pflanzenportraits | 2 Kommentare
Krokusse im Schnee

Krokusse sind meine Lieblingsfrühlingszwiebelblüher, weil sie als erste wieder Farben in den Garten bringen. Außerdem sind sie sehr ausbreitungsfreudig und unkompliziert in der Kultur. Sie gehören zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae), sind also mit der Iris verwandt.

Zumindest meine botanischen Krokusse haben sich inzwischen durch den nur langsam schmelzenden Schnee ans Licht gekämpft. Die gelben hatten sogar schon ein paar mal ihre Blüten geöffnet.
btw was vielleicht nicht jedem bekannt ist: Neben den weit verbreiteten Frühlings-Krokussen gibt es auch herbstblühende Arten. Ein schöner umfassender Artikel über Krokusse ist auf der NABU-Website zu finden.
Schlagworte: Frühlingsgeophyten, Krokus, Makro, VorfrühlingIris | 09.03.2010 | 09:46 Uhr | Pflanzenportraits | 4 Kommentare