direkt zum Seiteninhalt springen »

Artikel mit dem Schlagwort ‘Iris’

Herrenhäuser Gärten II – der Berggarten

Nachdem wir weite Teile des Großen Gartens besichtigt hatten, verließen wir die barocke Gartenanlage, damit uns noch genug Zeit für einen ausführlichen Rundgang durch den gegenüberliegenden ca. 12 Hektar großen Berggarten blieb. Dieser entstand etwa zeitgleich zum Großen Garten, war jedoch ursprünglich als Küchengarten konzipiert. Doch bereits Kurfürstin Sophie erweiterte ihn kurze Zeit später zu einem Garten für exotische Gewächse. Und bereits 1750 wurde die Anzucht von Obst und Gemüse für die Versorgung des Adels komplett in den Küchengarten Linden ausgelagert. Seither ist der Berggarten ein Botanischer Garten und somit einer der ältesten Deutschlands.

Foto: Iris im Berggarten

Mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich waren schon wenige Schritte nach dem Betreten des Berggartens überwältigt vom Anblick der Irisbeete, welche derzeit in voller Blüte stehen. Rund 320 unterschiedliche Bartirissorten sollen dort gedeihen. Die Wirkung ist unbeschreiblich, das muss man mit eigenen Augen gesehen haben. Eine lauschige Bank inmitten dieser duftenden Blütenpracht schien uns genau der richtige Platz für unser mitgebrachtes Picknick aus Kaffee und Kuchen. Das ist Lebensart – einfach herrlich!

Foto 2: Iris im Berggarten

Nachdem wir unsere Kaffeepause beendet hatten und den Irisgarten schweren Herzens verließen, konnten wir einige Stunden durch ganz unterschiedliche Gartenlandschaften wandern – wie z.B. das “Paradies” mit seinen uralten Rhododendrenbergen, Stein- und Heidegarten, Sumpflandschaft und Waldstaudenrabatten.

Foto: Heidebeet mit Baum und Rhodendren im Hintergrund

Die natürlich wirkende Harmonie zwischen Ziergehölzen und Stauden, an Standorten mit ganz unterschiedlichen Wachstumsbedingungen, die reizvollen Wechselspiele von Farben und Formen, Licht und Schatten haben uns wesentlich besser gefallen als die streng disziplinierte Gartenkunst im Großen Garten. Der Berggarten ist an vielen Stellen eine Oase zum Entspannen und Genießen, gleichzeitig aber vielerorts auch eine bunte Ideenquelle, die einen in Staunen versetzt und die eigene Kreativität beflügelt.

Foto: Blühender Baum inmitten von Rhododendren

Für mich zwar weniger von Interesse, dennoch soll es hier nicht unerwähnt bleiben: Auch Liebhaber exotischer Zierpflanzen, welche die ganzjährige Freiluftkultur in unseren Breitengraden weniger gut vertragen, kommen im Berggarten auf ihre Kosten. Am Anfang des weitläufigen Parkgeländes finden sich nämlich einige Schauhäuser, in denen riesige Kakteen, Zierpflanzen von den kanarischen Inseln sowie tropische Gewächse bewundert werden können. Last but not least: Europas größte Orchideensammlung hat sogar mich schwer beeindruckt, obwohl ich diesen in umpassendem Ambiente oft künstlich wirkenden Exoten sonst eher gleichgültig gegenüberstehe.

Tags:, , , ,
Iris | 07.06.2010 | 21:33 Uhr | Öffentliche Gärten | 7 Kommentare