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Artikel mit dem Schlagwort ‘Neubaugarten’

Winteraspekt

So lautet der unter professionellen Gartengestaltern gebräuchliche Fachbegriff für das Erscheinungsbild eines Gartens in der kalten Jahreszeit. Obwohl Gärten natürlich während der Vegetationszeit der Pflanzen am üppigsten aussehen, müssen sie auch im Winter nicht unbedingt öde und reizlos sein.

Da mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich uns auch im Winter bei schönem Wetter gern draußen aufhalten und uns außerdem einen ganzjährig schönen Ausblick aus unserem Wohnzimmerfenster wünschten, hab ich bei der Planung unseres Traumgartens gleich von Anfang auf reizvolle Blickpunkte für jede Jahreszeit geachtet. Auch bei der Vorgartengestaltung hab ich besonders auf eine ganzjährig attraktive Bepflanzung sowie zusätzliche bauliche Maßnahmen zur Strukturierung Wert gelegt. Nun will ich hier für Euch mal stichpunktartig aufzählen, welche Mittel ich einsetzte, um unseren Garten zu unserem ganz persönlichen Winterwunderland zu machen:

  • Geländemodellierungen (Böschungen, Hügel, Plateaus, Plätze, Wege). Unebene Landschaften sehen m.E. schneebedeckt allemal interessanter aus als ebene.
  • Gartenhaus (gestrichen in einer Farbkombination, die uns sowohl im Grünen als auch im Winter gut gefällt), Gewächshaus.
  • Rankpavillon, Rosenbogen, Obelisken und Rosenschirm im Rosengarten.
  • Laternen (ein schneebedeckter Wintergarten sieht in warmes Licht getaucht gleich doppelt märchenhaft aus).
  • Aufgeschütteter Steingarten, eingefasst durch eine Trockenmauer aus Muschelkalksteinen.
  • Zwei Säulengabionen, gefüllt mit Muschelkalksteinen und mit Efeu oder Clematis berankt.
  • Zwei Bruchsteintreppen aus demselben Stein.
  • Muschelkalk-Trockenmauer zur Einfriedung des Vorgartens und eine weitere, kleinere zur Terrassierung desselben.
  • Steinpyramide aus Muschelkalksteinen im Vorgarten.
  • Großer Findling im Heidegarten.
  • Staketenzaun zur Einfassung des Gemüsegartens.
  • Zahlreiche Blütensträucher, u.a. eine gemischte Strauchhecke zur Grundstückseinfassung. Zwar sind die meisten unserer Sträucher im Winter unbelaubt, doch auch dichtes Geäst sieht schneebedeckt sehr malerisch aus. Außerdem tragen einige Sträucher langhaftende Beeren oder fallen durch farbige Rinde ins Auge (gelber und roter Hartriegel, Besenginster sowie Ranunkelstrauch). Manche tragen sogar bei günstigen Wetterbedingungen schon im Spätwinter oder Vorfrühling Blütenschmuck (Winterkirsche, Hasel, Winterschneeball, Zaubernuss, Winterjasmin, Kornelkirsche).
  • Etliche sommergrüne Bäume und Großsträucher. Große Bäume und Sträucher verleihen dem winterlichen Garten auch Struktur, wenn sie keine Blätter tragen. Manche – wie z.B. Trauerbirke oder Korkenzieherhasel – haben durch ihre Wuchsform ohne Laub sogar einen ganz besonderen Reiz.
  • Rotbuchenlaube und Hainbuchenhecke (zwar sind beide sommergrün, doch sie behalten einen Teil des trockenen Laubes bis zum Neuaustrieb).
  • Immergrüne Sträucher und Hecken sowie ein immergrüner Baum (Zuckerhutfichte, Eskimo-Schneeball, Strauchefeu, Buchs, Heckenmyrte, Kriechspindel, Eiben, Feuerdorn, Mahonien, Ilex, Rhododendron).
  • Wintergrüne Stauden, Gräser und Halbsträucher – vor allem im Steingarten (alpine Polsterstauden), im Gehölzgarten zur Unterpflanzung der Großsträucher und als Bodendecker unter der Strauchhecke (Balkan-Storchschabel, Bergenien, Heuchera, Golderdbeere, Lavendel, Goldnessel, Christrosen, Hängeposterglockenblume, Günsel, Japansegge, Ysander, Türkenmohn u.v.m.).
  • Heidegarten (ungefähr zur Hälfte bepflanzt mit frühblühender Winterheide) direkt vor der Terrasse.
  • Sommergrüne Stauden und Gräser mit attraktiver, standhafter Form und Fruchtständen auch im Winter (Lampenputzergräser, Reitgräser, Agastache rugosa, Sonnenhüte, hohe Fetthennen).
  • Eichhörnchen- und Vogelfutterhäuser, Wildbienenstand, Meisenknödelhalter, Sonnenuhr, Rankstäbe, Totholz (Deko-Äste im Heidegarten).

Wie Ihr seht, hab ich so ziemlich alle Register gezogen, um für unser Winterparadies vorzusorgen. Doch vielleicht liefert mein Maßnahmenkatalog für einen ansprechenden Winteraspekt hier ja auch dem einen oder anderen Blogleser noch ein paar Anregungen, um den eigenen Garten für die kommenden Winter ein bisschen “aufzumotzen”. Nicht vergessen: Auch ein schöner Wintergarten wird vornehmlich im Frühling gepflanzt. ;o) Und wenn wer noch weitere Ideen zum Thema hat – immer heraus damit.

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Iris | 14.01.2013 | 16:57 Uhr | Gewusst wie | 12 Kommentare

Bau eines Natursteinweges für den Rosengarten

Und weiter geht’s mit den Berichten aus unserem Neubaugarten:
Während der letzten zwei Wochen war ich die meiste Zeit mit dem Bau eines Natursteinweges für unseren künftigen Rosengarten beschäftigt. Gemacht hatte ich so was zwar vorher noch nie, aber einmal ist schließlich für alles das erste Mal ;o).

Ich begann meine neue Aufgabe mit der Anlage eines ordentlichen Wegebetts. Dazu markierte ich mir zunächst mittels Tonkinstäben und Gartenschnur die geplante Wegführung. Anschließend hob ich spatentief die Erde aus meinem Weg aus und stampfte den Grund darunter ordentlich fest. Um ein späteres Auflaufen unerwünschter Wurzelunkräuter zu verhindern, legte ich die Gräben noch mit Unkrautvlies aus. Aufgefüllt wurde das Ganze dann mit etwa 20 cm Schotter, der ebenfalls wieder verdichtet wurde. Obendrauf kam noch eine ca. 5 cm hohe Sandschicht, die ich mit einem Holzbrett zu einer planen Oberfläche glattstrich. Und fertig war meine Puzzlefläche.
Fotos: Die ersten Natursteine im Sandbett
In den folgenden Tagen erfuhr ich zwei Dinge über mich: Erstens, dass Puzzeln wohl niemals zu meinen bevorzugten Hobbys zählen wird; zweitens machten mir allabendlich quälende Hand- und Kreuzschmerzen bewusst, dass ich so was niemals beruflich machen könnte. Das Einklopfen der Steine in das Wegebett ist echt ein Knochenjob, der auf Dauer über meine Kräfte ginge.
Fotos: Einfegen der Fugen
Nachdem ich endlich alle Teile meines Steinpuzzles gefunden und verlegt hatte, ging es ans Verfugen. Dazu vermengte ich Pflanzerde und Sand zu gleichen Teilen und fegte und schwemmte das Gemisch mehrmals hintereinander in die Fugen ein, bis alle Lücken gefüllt waren.
Fotos: Sternmoos in Pflasterfugen
Falls sich jetzt jemand fragen sollte, wieso ich Pflanzerde unter den Fugensand mischte, hier die Erklärung: Da ich von vornherein keine Hoffnung darauf verschwendete, dass meine Pflasterfugen lange ‘jungfräulich’, sprich bewuchsfrei bleiben würden, wollte ich zumindest selbst beeinflussen, welche Pflanzen sich in den Fugen breitmachen. Meine Wahl fiel auf das heimische Pfriemen-Mastkraut (Sagina subulata), auch als Sternmoos gehandelt – was irreführend ist, da es sich erstens nicht um ein Moos handelt und es zweitens ein echtes Moos gleichen Namens gibt. Es bleibt sehr flach und gilt als trittfest. Außerdem ist es immergrün und soll auch recht frosthart und robust sein. Doch es entwickelt sich nicht besonders gut in purem Sand.
Fotos: Der fertige Natursteinweg
Und so sieht nun das vorläufige Ergebnis aus. Der linke Weg führt übrigens zu einem Rundbeet, in dessen Zentrum bei unserem Einzug ein Terracotta-Putto auf einer Terracotta-Säule Platz nehmen wird, der rechte geht in einen Rindenmulch-Weg über, der durch unseren kleinen Waldgarten führt, und der mittlere führt geradewegs zum Plateau, auf dem unser Rosenpavillon aufgebaut wird. Rechts und links entlang der Wege werden später die Rankgitter mit meinen Beetrosen platziert.

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Iris | 05.08.2011 | 22:12 Uhr | Garteneindrücke, Gewusst wie | 14 Kommentare

Pflanzplanung für den Gehölzgarten

Grafik: Grundstücksentwurf 2

In unserem neuen Garten wird es hinter dem Carport und links vor der Terrasse einen pflegeleichten Gartenraum geben, der überwiegend mit Gehölzen bepflanzt wird. Daher lautet sein Arbeitstitel ‘der Gehölzgarten’ (Nr. 5 auf dem Gartenplan). Dort werden viele meiner bisherigen Wunschsträucher einziehen, für die ich in unserem Gästehandtuchgarten keinen Platz hatte. Namentlich sind das Edel-Goldregen ‘Vossii’, Zierapfel ‘Evereste’, Blutpflaume ‘Nigra’, Winterkirsche subhirtella ‘Autumnalis’, Rotdorn ‘Paul’s Scarlett’, Kupfer-Felsenbirne ‘Lamarckii’. Diese Großstrauchgruppe soll uns nicht nur zu Beginn der Gartensaison mit ihrem Blütenreichtum und zum Ausklang mit farbenprächtigem Herbstlaub erfreuen, sondern auch meinen Bauern-, Rispen- und Teller-Hortensien den nötigen Halbschatten spenden. In der Unterpflanzung dieses Teilbereichs will ich außerdem meine inzwischen recht umfangreiche Heuchera-Sammlung unterbringen. Aufgelockert werden die Heuchera-Gruppierungen dann wahrscheinlich noch mit ein paar Farnen und Schattengräsern.

Im vorderen Gehölzgarten finden meine Mahonien Platz, die ich als niedrige Hecke an den Weg entlang des Hauses pflanzen will, eine geschenkte Harlekinweide am efeuberankten Mülltonnenquartier hinterm Carport sowie zwei Zwerg-Federbuschsträucher am Weg dorthin.

Nach oben zum Bauerngarten wird das Ganze schließlich durch eine Reihe Zwerg-Obststämmchen abgegrenzt, die mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich auch mit zunehmenden Alter noch selbst abernten können. Was im Gehölzgarten zwischen der Unterpflanzung noch an nacktem Boden übrig bleibt, wird zur Unterdrückung von Wildkrautbewuchs großzügig mit Holzhäckseln abgedeckt.

Übrigens, die Lücke an der Ecke zwischen den Federbuschsträuchern und der Harlekinweide wird natürlich auch nicht leer bleiben. An dieser Stelle ist jedoch keine fixe Bepflanzung geplant, sondern dort wird voraussichtlich meine Pflanzenwiege stehen, die dann stets zur Jahreszeit passend bepflanzt wird.

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Iris | 30.06.2011 | 14:07 Uhr | Gewusst wie | 6 Kommentare
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