Artikel mit dem Schlagwort ‘Schlosspark’
Im Blumenmeer von Schloss Ippenburg

Anfang letzter Woche unternahmen mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich einen Ausflug zum Schloss Ippenburg in Bad Essen/Lockhausen, dessen Parkanlagen in diesem Jahr einen Großteil der niedersächsischen Landesgartenschau beherbergen. Die Grünanlagen dieses märchenhaften neugotischen Schlosses sind m.E. als Kulisse für eine derartige Veranstaltung perfekt geeignet, da die gegenwärtige Schlossherrin, Viktoria Freifrau von dem Bussche, eine begeisterte Hobbygärtnerin ist; seit Jahren verwandelt sie den Schlosspark mit selbst gezogenen Stauden in ein Blumenmeer und veranstaltet bereits seit 1998 dort regelmäßig Gartenfestivals.

Ausgerechnet an dem Tag hatten wir jedoch kein sehr gutes Fotowetter (der blaue Himmel fehlte). Daher können meine mitgebrachten Erinnerungsbilder leider nicht annähernd die Schönheit der Ippenburg und die üppige Blumenpracht wiedergeben, die wir dort bewundern durften. Ich hoffe aber, dass ich Euch damit trotzdem ein wenig neugierig machen kann, auf eine der gelungensten Gartenausstellungen, die wir bis dato gesehen haben.

Auf dem weitläufigen Gelände fanden 60 Schaugärten ganz unterschiedlicher Gartenstile Platz. Zunächst besichtigten wir die bereits gut eingewachsenen Küchen-, Rosen- und Staudengärten der Schlossherrin. Anschließend erkundeten wir die von einem Wassergraben umgrenzten Heckenkabinette, mit den phantasievollen Gestaltungsideen der diversen Gartenschau-Aussteller.

Besonders beindruckend fand ich die z.T. ausgefallenen, aber dennoch harmonischen Pflanzenarrangements in den Stauden- und Gemüsebeeten, bei denen insbesondere auch das Zusammenwirken verschiedener Laubfarben und -strukturen berücksichtigt wurde. Nachahmenswert!

Außerdem positiv aufgefallen: Den Hitzestress der vergangenen Wochen sieht man den Pflanzungen kaum an – selbst den besonders durstigen Exponaten nicht. Das Gesamtbild zeugt von sorgfältiger Planung und Pflege. Mich würde ja mal interessieren, wie viele aufmerksame Gärtnerblicke und fleißige -hände wohl nötig sind, um sämtliche Anlagen während der heißen Sommermonate frisch und vital zu halten.

Von einer Aussichtsplattform aus konnte ich mir diesen kleinen aber feinen Präriegarten von oben anschauen. Im Gegensatz zu meinem Lieblingsgärtnergehilfen fand ich diese Komposition von Stauden und Gräsern besonders ansprechend und gartentauglich. Jedoch hab ich ihm gegenüber auch den Vorteil, dass ich mir diese Beete eingewachsen vorstellen kann. Und ein gelungener Staudengarten braucht nun mal seine Zeit.

Mit solchen kunstvoll arrangierten Blütenornamenten aus einjährigen Sommerblumen kann man meinen Lieblingsgärtnergehilfen schon eher beeindrucken. Doch obwohl ich sowas natürlich ebenfalls reizvoll finde, hab ich eben auch die Kurzlebigkeit derartiger Pflanzungen im Hinterkopf und würde daher Staudenbeete im eigenen Garten vorziehen.

Dieses Arrangement aus alten Bauernwagen, inmitten verschwenderisch bepflanzter, kunterbunter Blumenbeete, stach uns schon von Weitem ins Auge. Landlust pur strahlt es aus.

Einerseits schießt einem bei dem Anblick ja schon unwillkürlich der Gedanke durch den Kopf: „So ein Bauernwagen im eigenen Garten, das wär’s!“ Andererseits will ich mir gar nicht ausmalen, wie viel Wasser pro Woche ich bei den jetzigen Temperaturen allein für diesen Wagen bräuchte, um die Pracht zu erhalten. Und aus der Perspektive gefällt’s mir dann doch besser, sowas in Gärten zu bewundern, die ich nicht pflegen muss ;o).

Direkt neben dem bäuerlich-ländlichen Idyll gab’s dann noch dieses imposante Natursteinbauwerk zu bestaunen, eine begehbare Kräuterspirale im XXL-Format.
Theoretisch könnte ich hier jetzt noch eine Weile weitermachen mit Beschreibungen sehenswerter Gartenideen auf Schloss Ippenburg. Doch erstens werden, wie gesagt, nicht alle meine Fotos den Originalschauplätzen gerecht; zweitens sollte dieses Blogposting hier ja nur ein Appetithäppchen werden. Sattsehen müsst Ihr Euch schon vor Ort ;o).
Schlagworte: Bad Essen, Landesgartenschau, Niedersachsen, Schlossgarten, SchlossparkIris | 17.07.2010 | 23:36 Uhr | Öffentliche Gärten | 8 Kommentare
Herrenhäuser Gärten I – der Große Garten
Am vergangenen Freitag, der hier in Nordrhein-Westfalen ein sogenannter Brückentag war, bei unseren Nachbarn in Niedersachsen dagegen nicht, unternahmen mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich einen schon lange geplanten Ausflug zu den Herrenhäuser Gärten in Hannover. In die niedersächsische Landeshauptstadt hätte mich offen gesagt sonst nicht viel locken können, doch von diesen Parkanlagen hatte ich schon viel Schwärmerisches gehört und gelesen. Und nach dem zu urteilen, was wir davon gesehen haben, war nichts übertrieben.
Lediglich in zwei der vier Herrenhäuser Gärten wird Eintrittsgeld verlangt – nämlich im Großen Garten sowie im Berggarten. Allerdings ist das mit 5,- Euro pro Erwachsener m.E. wirklich vergleichsweise preiswert für die Augenweiden, durch man dann viele Stunden wandeln darf. Allein diese beiden Gartenanlagen sind derart weitläufig, dass wir es an diesem Tag auch nur geschafft haben, sie zu besichtigen. Und da sie nicht nur stilistisch völlig unterschiedlich angelegt, sondern auch durch eine Straße getrennt sind, hab ich entschieden, auch meinen Bericht über sie in zwei Blogartikel zu splitten.

Als erstes besuchten wir den sogenannten Großen Garten, der mit einer Fläche von ca. 50 Hektar zu den bedeutendsten europäischen Barockgärten zählt. Mit diesem Schlosspark (das dazugehörige Schloss wurde allerdings im letzten Weltkrieg zerstört) nahm die ruhmreiche Geschichte der Herrenhäuser Gärten 1638 ihren Anfang.
Nach unserem Betreten des Parks erkundeten wir zunächst das gigantische Parterre mit seinen Broderiebeeten und zahlreichen großen weiß getünchten Sandsteinskulpturen.

Anschließend schlenderten wir gemächlich (es war immerhin ein heißer Sommertag), an acht von Buchenhecken eingefassten Boskettgärten vorbei, zur weithin sichtbaren Großen Fontäne, das höchste und technisch aufwendigste der zahlreichen Wasserspiele des Parks. Bei völliger Windstille erreicht ihr Wasserstrahl heute angeblich eine Höhe von etwa 80 Metern.

Maßgeblich verantwortlich für den barocken Stil des Großen Gartens war die nachfolgend abgebildete Dame, Kurfürstin Sophie von Hannover, der wir auf unserem Weg zur Großen Fontäne ebenfalls begegneten.

Der Große Garten in Hannover Herrenhausen ist der größte Barockgarten, den mein Lieblingsgärtnergehilfe und ich bis dato besichtigt haben. Und wenngleich wir die klassischen Skulpturen, Formschnitte, Brunnen und ornamentalen Blumenbeete schon auf eine Art sehr beeindruckend fanden, entspricht diese eben auch sehr künstlich und streng wirkende Gartenarchitektur nicht unseren Vorstellungen von einem Traumgarten. Denen kamen wir allerdings bei unserer anschließenden Besichtigung des Berggartens sehr nahe. Doch davon später mehr…
Schlagworte: Barockgarten, Gartengestaltung, Hannover, Herrenhausen, SchlossparkIris | 07.06.2010 | 15:15 Uhr | Öffentliche Gärten | 3 Kommentare